Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Israeliten von Laghouat
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 3)
- Language
- German
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Die Israeli!?» ve»?a^bouat. 53 und cntfcvntefw war der jüdi 1'cke. 'Von da aus licf;en fid) jene Mla^ctöia' vernehmen! — Die Wanderer näherten sich nun jenen GolteSäckem, deren lange Neihen unregelinästiger und perpendiculär in den Erdboden eingesenrer Steine an die allen Drnidenfteine in manchen Gebenden Frankreichs erinnerten und — im Danunerlichte — einer Vo^ion Gespenster glichen. Der israelitische Begräbnistvla» unterscheidet sich wenig von dem arabischen. kn׳ hat keine Ginzäunting: bei jedein Grade desindet sich ein großer nngehauener Drein, den man zufällig in der Wüste ansgehoden und mit dem Namen des 'verstorbenen mir plumpen hebräischen Bnckistaben versehen hat. Die Gräber sind nickt ries und nur eine dünne Schicht Erde trennt die Zodten von der Sderstäche. Diese Leichen sind dlos mit einem einfachen Betluche oder BurnuS bedeckst und vertvandcln sich, unter jenem trocknen und brennenden Sande, bald in wahrhafte Mnniien. Nichts ist trauriger als der Anblick eines Begräbtiistplaneö in der Wüste, welche in ihrer monotonen und bleichen Färbung, ihren weisen Handflächen, dürren ltnd welken Gräsern an sich schon einem unermestlichen üeichuanl gleicht! nichts gibt eine klarere Anfthaunng von der Nichtigkeir dieser Welt, nichts spricht beredter vom Tode und läßt ihn inehr fürchten! Die Gottesäcker in Guropa sind tro» ihrer Eypressen und Trauerweiden, oder vielleicht grade deshalb, Gärten wo die Seele sich kaum zu sammeln im Stande ist. Der wahre Begräbnisipla» eristirt nur in der Wüste!" Herr Widal verbarg sieh hinter einen Grabstein, um sich über die Ursache jenes Schlnckzens das noch iminer foriwährte, genauer zu unterrichten. Bald sab er ein fast nacktes kleines Kind. an eitler Dornhecke hingestreckt, mit seinen Händchen die weinenden Augen sich reibend. . Einige Schritte davon saß auf einem Grabe eine junge Frau, schluchzend und weinend; und zuweilen einen Blick nackt demKinde richtend, wiederholte sie nur alsobald ihre Wehklagen. — Der Erzähler vergleicht diese Situation mit der biblischen Schilderung von Hagar nndIsmael in der Wüste und fährt dann fort: ״Daö ganz orientalische Kostüm der jungen Mutter war nicht beschaffen, um meine Illusion zu schwächen. Ihren Kopf umgab ein farbiger Tueban, woraus lockige Zöpfe von rabenschwarzem Haare hervorquollen. Ihre einzige Bekleidung bestand in einem weifen Gewände, weit und ohne Aermel, durch zwei Hefteln über den