Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Briefe aus Mähren
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 468 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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468 Recensionen und Anzeigen. Loschitz (Neuda) und zu Proßnitz (Schmiedel) erfreuen sich sogar eines sehr guten Rufes als Prediger. — Wissenschaft und Kunst haben ihre Jünger auch unter den Juden Mährens. Fast jede Gemeinde hat einen jüdischen Arzt, und Ernstes Geige hat einem mährischen Juden den ersten Preis im Violinspiel zuerkannt. Recensionen und Anzeigen. נחל קדומים נחלת יעקב ופד' כל הדברים האלה אספתי וספחתי איזה הערות אני יהודה הממנה ליב דלקעס איש פרעסבלרג . Zwei Hefte mit durchlaufender Seitenzahl. 64 Seiten hebr. und zum zweiten Heft LV Seiten deutsches Vorwort. 6. Hannover 5613 (1853). Telgener. — Das Schiller'sche ״wenn die Könige bauen, haben die Kärrner zu thun" hat sich leider auch in der jüdischen Literatur auf eigne Weise bewährt. War in früherer Zeit mit Bearbeitung und Herausgabe von halachifchen Schriften und sogenannten Drascha's mancher Mißbrauch getrieben, viel Unerhebliches zu Tage gefördert worden, so hat sich in neuerer Zeit die Edirurrgsmanie auf ein anderes Gebiet gelegt. Seitdem Rapoport, Aunz und mehrere andre hervorragende Gelehrte auf die Wichtigkeit und die Bedeutung so vieler in den Bibliotheken liegender alter hebräischer Handschriften aufmerksam gemacht und in Folge davon genommener Einsicht manche historisch-wichtige Schlüsse daraus gezogen haben, seitdem fehlt es nicht an Bestrebungen jeden Papier- oder Pergamentstreisen von irgend einem alten Schriftsteller zum Drucke zu befördern. Man täuscht sich aber nur zu oft über den sachlichen oder cultmgeschichtlichen Werth der zu ebnenden Stücke oder Fragmente. — Keineswegs verkennen wir das Verdienst derjenigen, die Zeit und Kräfte darauf verwenden, manche interessante hebr. Handschriften oder Excerpte aus Solchen ans Licht zu ziehen; nur ist hierbei die wissenschaftliche Bedeutung des Stücks oder, der literarische Nutzen, den dessen Veröffentlichung gewahrt, sorgsam zu erwägen. Das zu viel ist hier der. Förderung der jüdischen Literatur fast eben so nachtheilig als es früher die zu geringe Beachtung der handschristtichen Hülssquellen war. Die zu große Aufmerksamkeit, die man mittelmäßigen oder weniger bedeutenden Bruchstücken schenkt, nährt im Publikum den Wahn von der minderen Vorzüglichkeit unserer Literatur und drückt die wirklich kolossalen Schöpfungen unsrer Altvorderen zuPygmamgebilden herab. —