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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 10 · p. 389

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 10
Article
Geist der palästinischen und babylonischen Hagada
Date
1853-01-01
Page
389 (sequence 2)
Language
German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 889 nahm sie Diesem näher und entfernter liegende Bestandtheile auf, bis sie zu dem Gebiete heranwuchs, in welchen sie sich in der talmud. Literatur darstellt. — Der gegenwärtige Aufsatz setzt sich eine Besprechung der Hagada in ihrer Hochflut nach den verschiedenen geistigen Richtungen der Akademien Palästinas und Babylons zur Aufgabe, und wirst, um den richtigen Standpunkt zu erfassen, manchen Rückblick auf die eigentlichen Quellen der ursprünglichen Hagada. In der Entwickelung und Ausbildung der Hagada sind drei Phasen zu unterscheiden. Die Hagada hatte die Schrift zur Grundlage, sie -eschränkte sich darauf, sie zu erklären und aus ihr Lehren und Aufschluß, Erhebung und Trost abzuleiten. In dieser Phase gibt sich die Hagada als Exegese. Sie ging aus diesen Schranken heraus, wurde frei und zog Sagen, Sprüche und Lebensregeln, sowie Erzählungen und Begebenheiten der Vergangenheit und der Gegenwart in ihr Bereich, wobei sie jedoch dem frühern Charakter gemäß an die Schrift .anzuknüpfen liebte. Sie kehrt endlich wieder zu ihrem Ursprünge zurück, jedoch mit einem stacken, die Ursprünglichkeit überwuchernden und fast erdrückenden Beisatze der die zweite Phase charakterisirenden Bestandtheile. — Die Hagada der ersten Phase tritt in zwei, der tanaitischen Zeit angehörenden Schriften hervor; in der Mechilta und dem Sifci. Doch erscheint sie hier nicht als ein abgesonderter, selbstständiger Thell; Mechilta und Sifti sind eine fortlaufende Exegese einiger Bücher des Pentateuchs, die Gebote werden halachisch, die sonstigen (erzählenden und poetischen) Stellen werden hagadisch erklärt. — Die Behältnisse für die Produkte der zweiten Phase der Hagada bilden der palast. und babyl. Talmud. Die Hagada ist hier auf allen Seiten zerstreuet umhergeworfen; sie läuft mit und neben der Halacha nimmt die Stelle ein, die ihr eine gleichnamige Autorschaft, oft sogar nur ein Zufall oder die Verlegenheit der den mächtigen Stoff nicht überwältigenden Redaction angewiesen hat. — In den sog. Midraschim zu mehreren Büchern der Schrift tritt die Hagada wieder als Exegese auf und hier noch prägnanter als in Mechilta und Sifti, da sie nur auf hagadischem Boden verbleibt und die Halacha ausschließt, ja selbst manche Gebote hagadisch erklärr. Diese Midraschim gehören ebenfalls theils Palästina, theils Babylonien an, die wesentlichsten Bestandtheile sind bei einigen aus dem paläst. bei einigen aus dem babylonischen Talmud abgeholt. Wir wenden uns vorerst zu Mechilta und Sifti und wollen Manches über Verfasser, Bestandtheile und Zeit der Abfassung dieser Bücher voranschicken. Sage — Erzählung auszuweichen. Für .ד,גדל Sage, Sagen wie oben. vgl.בר לגדל Ioma 74. ראויין ללגדל Schebuot 35 u. sonst.

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