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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 10 · p. 380

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 10
Article
Zur Geschichte der Juden in Polen
Date
1853-01-01
Page
380 (sequence 12)
Language
German
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380 Zur Geschichte der Juden in Polen. Handwerk, Gewerbe und Handel waren in den Händen der Juden. So befanden sich um das Jahr 1540■nur 500 christliehe Großhändler; hingegen jüdische 3200, und 9600 Gold- und Silberarbeiter, Fabrikanten und Handwerker. Die Inden befaßten sich auch mit der Buchdruckcrkunst. Bandtkie^) nennt folgende zwei Buchdrucker Johann und Paul Helicz, die um das Jahr 1540 ihre Officinen in Cracau hatten. Ob sie vcrwandt waren, ist mibckannt, das ist gewiß, daß sic bevor sic zum Christenthum übertraten, Juden waren. Johann druckte latesnische Bücher, Paul deutsche mit hebräischen Buchstaben* *). Auch Buchbinder gab es viele in Crakau, Piotekvw, Kalisz, Grvdno, Lublin u. s. w. Solches Streben der Juden zeigt sich unter Sigismund I. Der König aber weit entfernt diesen Zustand zu fördern, suchte ihn zu hemmen und zu unterdrücken. Er beschränkte den Handel, entzog den Juden ihre Privilegien, untersagte ihnen die Bekleidung der Aemter u. dgl. Auch gab er Verläumdungen Gehör, die unschuldige Hinrichtungen zur Folge hatten. Die Inquisition, unter Wladyslaio Lobietck in Polen eingeführt, zeigte während ihrer zweihundertjährigen Dauer wenig Leben und beschloß selbes mit der Hinrichtung eines Juden. Am 5. April 1508 wurde ein Jude wegen Verunehrung einer Hostie von dem Inquisitor Nicolas aus dem Dominicaner-Orden zu Tode vernrtheilt, und auf dem Markte zu Cracau verbrannt^). Rist. Drak. *) Es ist sehr zu bedauern, daß der Hr. Verfasser nicht auch aus jüdischen Quellen schöpfte; er würde dann nicht für die von den Juden gepflegte Buchdruckerei die Werke zweier Neophyten, sondern die von Juden um diese Zeit zu Cracau, Brzesc und Lublin gedruckten Schriften angeführt haben. Bgl. die von Zunz in unserer Jeitschr. für die religiösen Jntereffen des Judenthums, Jahrg. 1846 S. 385 gegebene Mittheilung. — lieber jüd. Gelehrte Polens, von denen ebenfalls der Hr. Vers, bedauerlicher Weise nicht Notiz nimmt, »gl. das. S. 382—387. Die bisherige (freilich nur schwache) Geschichtschreibung der Juden in Polen leidet überhaupt daran, daß die jüd. Quellen fast gar nicht beachtet werden. Man stützt sich zumeist auf Lelewel, dessen Acußerungen über die Juden: ״Ich liebe nicht die Juden, sie sind Spione, Blutsauger, Berräthcr u. f. ״Es ist ein verfluchter Stamm" (vgl. das. S. 328) gerade nicht ein großes Vertrauen zu seiner geschichtlichen Unparteilichkeit einflößcn. Man befrage, um ein vollständiges geschichtliches Bild zu erhalten, auch jüd. Schriften; die Rachsorschung ist zwar mühsam, aber sie wird eine reiche Ausbeute ergeben. D. Red. 3) I. L. Decius, der dieses erzählt, fügt hinzu! Ego tnnc polonicae ]in-

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