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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 10 · p. 377

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 10
Article
Zur Geschichte der Juden in Polen
Date
1853-01-01
Page
377 (sequence 9)
Language
German
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Zur Geschichte der Juden in Polen. 377 den Warthenischen Gesetzen Rechte gleich den anderen Edelleuten unseres Reiches"?) Und die Inden ihrerseits zeigten sich dem Wohlthäter dank- Lar. Sie unterstützten mit ihrem Gcldc den König, der der Dürftigste aller Regenten, sich um seinen alltäglichen Bedarf zu bestreiten gezivungcn sah, seine Kleinodien zu verpfänden"). Casimir strafte streng jede an den Inden verübte Unbill. So wurde der Stadt Cracau im Jahre 1461 eine Geldstrafe von 3000 Gulden auferlegt, weil die Einwohner den Juden, gegen den Ueberfall der Kreuzritter, welche nach Ungarn zogen und dreißig Inden getödtet hatten, nicht beigestanden waren"). Auch die Karainren erfreuten sich seines väterlichen Schutzes. Im Jahr 1441 crtheilte er den zu Troki in Lithauen lebenden Karaimen Privilegien. Diese Sekte war in Volhynicn und Podolien stark verbreitet. Die Acten aus dem'16. Jahrhundert zeigen, daß sie schon seit langer Zeit hier wohnten. König Sigismund erweiterte ihre Freiheiten und Rechte'). Im Jahre 1451 erschien Capistrano in Polen. Dieser Mönch, mehr von Ehrgeiz geleitet als von wahrer Frömmigkeit beseelt"), hauste beispiellos um das Jahr 1450 zu Breslau, und nachdem er ein ganzes Jahr sich an Hinrichtungen unschuldiger Inden geweidet, ging er nach Polen, wo er noch mehr Nahrung für seinen Blutdurst zu finden glaubte. Er sah sich aber in seinen Erwartungen getäuscht. Wohl wurde er von dem Könige und den Großen des Reiches mit Wohlwollen empfangen, doch seine Reden fanden kein Gehör. Der Pole ist fromm, er liebt seine Religion, übertrkfft aber alle Völker an Toleranz. Die Anhänger des Dulcye, die Hussiten und später die Lutheraner u. A. fanden Eingang, wurden geduldet; der Impuls zur Verfolgung oder Unterdrückung einer Secte kam immer von Außen"). Selbst die jüdische Religion, in andern Ländern so sehr verachtet und verschmähet, stand bei den Polen in Achtung und Ehre. Es wurden sogar Ehen zwischen Juden und Christen geschlossen. So heirathete Georg Morschtin, ein 4) Quod judaei potiantur juribus juxta eonstitutiones Vartlienses prout alii nobiles terrarum nostrorum. Vol. Leg. — Prüiis. Leges. 5) Dlug. —־ 11) G-otebiowski Dzigi. 7) Czacki o 3it. i poL praw. 8) Lauterbach pohln. Chron. 9) Ostrowski Dz. y praw, Kos. Pols,

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