Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 10 · p. 376

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 10
Article
Zur Geschichte der Juden in Polen
Date
1853-01-01
Page
376 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829150-2829161-2852644--01244-2852665
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

376 Im Geschichte der Juden in Polen. 29. Pferde können mir bei Hellem Tage verpfändet werden; findet der Christ sein gestohlenes Pferd bei einem Juden, so ist der Jude frei wenn er schwört, das Pferd bei Hellem Tage übernommen und für nichtgcstohlcn gehalten zu haben. 30. Die Münzmcister in unscrm Großfürstcnthume dürfen keinen Inden wegen falscher Münze, weder allein noch durch den Abgeordneten unseres Palatins oder durch die Bürger verhaften ^). 31. Wird ein Jude zur Nachtzeit mißhandelt und ruft um Hülse, und die benachbarten Christen leisten ihm keine Hülfe, so sind sie mit einer Geldbuße von 30 Gulden zu bestrafen. 32. Den Inden ist das Kanfcir und Verkaufen aller Waaren und das Berühren des BrodeS, gleich den Christen, gestattet. Der Hindernde wird durch eine Geldbuße bestraft. 1434—1492. Nach dem im Jahre 1434 erfolgten Tode Jagiello's bestieg sein Sohn Wladyslaw III. den. polnischen Thron. Er regierte nur zehn Jahre, und wurde 1444 von den Türken bei Varna besiegt und erschlagen. Zum König von Polen wurde sein Bruder Casimir, der jüngste Sohn Jagiello's, erwählt. Casimir IV. regierte 49 Jahre, er machte sich in ganz Europa berühmt, obgleich die Polen ihn mit Gleichgültigkeit betrachteten. Unter Cafimir's Regierung vergrößerte sich Polens und der Glücksstern der Juden, der unter Jagiello zu dunkeln anfing, leuchtete wieder hell. Schon durch den Schwur, den er bei seiner Thronbesteigung ablcgte, wurden den Inden ihre früheren Freiheiten und Rechte bestätigt. Der Eid eines K'önigs war zwar für einige Regenten nur tobte und kahl« Worte; Casimir aber kannte dessen tiefe Bedeutung und zeigte sich durch seine Handlungen des Namens ״Casimir" würdig. Die wichtigsten Gesetze erließ er 1432 zu Warth, dann 1454 zu Miszowa mit den Worten: ״Die Juden genießen nach 2) Monetarii in magno ducatu nostro existentes, judaeos cum adulterina moneta, vel aliis relnis per 86 aut per nuntium palatini nostri, aut per cives capere, nullo modo praesumant. — Ganz anders lautet §.34 des Privileg, das Boleslaw den Juden ertheilte. 3) Sem ältester Sohn Wladyslaw erhielt im Jahre 1471 die Krone von Böhmen, und später im Jahre 1490, die Krone von Ungarn. Lelewel Gesch.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.