Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Miscellen [Nachricht] / Schwarzauer, M.
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 367 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829150-2829160--01233-2852636- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Notizen. 367 Notizen. Miseellen von M. Schwarzauer. In London wurde (f. Schipp. and Merc. G. 7 März) ein Jude, H. Lev!) von der Firma Keeling u. Hunt, einstimmig zum Kirchenvorsteher (churchwarden) von St. Georges in Botolphlane, gewählt. Die Königin von Saba. Nawlinson will einem Brief aus Bagdad vom 15. Febr. (f. Liter. Gaz. 16, April) zufolge aus einer Liste der syrischen Lribirtfürsten Phuls oder Tiglath Pilesars ertnommen haben, .daß die Araber an der Nordfpitze des rothen Sees von einer Königin regiert worden, und daß somit die Königin von Saba (Scheba), welche zu Salomo ging, nicht aus dem südlichen Theile Arabiens, sondern aus dem Lande und dem Golf von Aßaba gekommen wäre. Entdeckungen auf babylonischem Boden. Derselben Quelle zufolge in einem Schreiben vom 4. März d. I. fand Hr. Rawlinson eine vollständige Reihe der babylonischen Monate auf, nebst einigen der entsprechenden persischen Monate. Ebenso wurden zu Abu Schudr an dem Zusammenfluß des Tigris und Euphrat eine Anzahl Grabtöpfe aufgefunden, die kleine Rollen von dünnen Bleiplatten enthielten mit sehr kleiner chaldäischer Schrift. - Eine Copie einer solchen Inschrift war dem Briefe beigefügt und besteht in 20 kurzen Linien. Forschungen Rawlinsons. In der Versammlung der Londoner ß. Literaturgesellschast las Hr. Vaux Auszüge aus zwei Briefen Rawlinsons vor, in welchen derselbe meldet, daß er große Fortschritte in der Entzifferung der zu Susa gefundenen Inschriften mache, und daß er überzeugt sei, die Sprache derselben sei scytisch (arisch) und nahezu dieselbe wie die medische, mit der Hr. Norris seit einiger Zeit sich beschäftige. (Liter. Gaz. 2. April). Die Runde durch alle Zeitungen machte dieser Lage die Nachricht: daß in Bayern ein literarischer Judenfeind, der sich durch Herausgabe eines Werkes welches wahrscheinlich in einer Anthologie Eisenmengers bestand, dafür bestraft und sein Buch consiscirt wurde, weil er das Iudenthum geschmäht, und seine Gläubigen herabzuwürdigen gestrebt. Unftrs Wissens steht dieses einzig da in den Annalen der israelitischen Geschichte, und wenn es dahin kommen sollte, daß man die Emancipation des Judenthuws früher eine Wahrheit werden ließe, als die der Juden, daß das Iudenthum in Wirklichkeit gl.eichberechtigt wäre vor dem Gesetze, mit den herrschenden Confessionen, dann — dann dürste dieses für manche Unbill trösten. Die Schulbehörde in Posen hat einen Israeliten als Lehrer an der neuen Realschule angestellt (und wie wir anderweit gehört, ist derselbe bereits von der Regierung bestätigt). Die'Voss. Zeitg. berichtet darüber: ״daß unsere städtischen