Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 357 (sequence 2)
- Language
- German
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Recensionm und Anzeigen. 357 Das Gedicht ist durchweg in fließendem, gefälligem, echt hebräischem Style geschrieben und hat das Ansehen, als ob es dem Verfasser ganz ohne Anstrengung aus der Feder geflossen wäre; überraschend sind die häufigen und trefflichen Paronomasien, Alliterationen und Wortspiele als: S. 21 המלשנות אחות מבי ואם מרעים S. 23 משה מש־ יהושע יהושיע S. 24 זרע יעקב יעקבו S. 26 לאהבה נשבע איבה besonders S. 51. Gehen wir aber naher auf Inhalt und Form des Gedichtes ein, so müssen wir für's Erste die Nolle, welche der Satan in dem Stücke spielt, rügen, obwohl der Hr. Verf. sich in dem Vorworte dagegen verwahrt. Er läßt nämlich, mir Berufung auf Milton, Klopstock, Göthe und andere berühmte Dichter den Satan als böses Princip, das mit Gott um die Herrschaft kämpft, auftreten. Ein unjüdischec und unerquicklicher Satan! was auch der Hr. Verf. dagegen einwendet. Es ginge zu weit, uns hier über den Begriff des Satan der alt-jüdischen Literatur und dessen Entwickelung einzulassen; aber das muß Jeder zugeben, daß wenn auch in den nachexilischen Schriften״ der Satan als ein Engel erscheint, dessen Streben auf Verführung und zugleich auf Anklage der Menschen zielt, wie denn spater jede Wirksamkeit irgend einem Engel als sein Beruf beigelegt wurde, er doch irgend eine selbstständige Stellung Gott gegenüber nicht einnimmt. Er muß vielmehr erst die Erlaubniß von Gott zu den Plagen des Hiob einholen, und handelt in Gottes Aufträge. Er ist ein Werkzeug Gottes, um der Tugend einen Kampf zu bereiten und dadurch ein Verdienst zu erringen. Die Settim׳ und Schediw des Pentateuch werden nicht als eine wirkliche, böse Macht, sondern als Phantom der Heiden dargestellt, wenn auch diese Settim nachher in dem Munde der Propheten als Ausdruck eines Schreckbildes gebraucht werden. Ja wir behaupten, daß in der ganzen talmudischm Literatur, wenn auch noch so viel von Schedim und vom Satan die Rede ist, dieser doch nirgends als das selbstständige böse Princip, als Teufel und Beherrscher des Reiches der Bösen erscheint, dem sich die Menschen verschreiben und der Gott die Herrschaft entwinden will; vielmehr bekennt er sich selbst als Werkzeug Gottes. Man lese doch was R. Isaak Baba batra 16 sagt: גדול הי' צערו של שטן משל אויב . Ja R. Levi äußert sogar daselbst שטן ופנינה לשם שמים נתכונו . Ja nicht einmal im ״Faust" auf welchen sich der Hr. Verfasser vorzüglich beruft, ist der Satan so dargestellt; er erkennt vielmehr seine Unterordnung an, weiß daß er me siegt und sagt dies mit deutlichen Worten: ״Ich bin der Geist .... der stets ׳ das Böse will, und stets das Gute schafft." ׳Nach dieser Auseinandersetzung können wir nicht umhin den Satan des Hm. Vers, als unjüdisch und durch Nachahmung eingeschmuggelt zu bezeichnen. Nur einige schlagende Beweisstellen wollen wir aus dem vorliegenden Gedichte anführen. Gleich jm ersten Liede über den Tod Mosis, das sich