Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Briefe aus Bayern
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 316 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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316 Briese aus Bayern. erkennnng gekommen ist, und zwar die: daß der Jude durch Concessiouen — abgesehen davon, ob sie berechtigt find oder nichts — nie zum erwünschten Ziele gelaugt, nie. einen Sieg über seine Gegner. zu erfechten im Stande ist. Es wurden nämlich wahrend der Verhandlungen über die Emancipation von manchen der Gleichstellung feindlich gesinnten Abgeordneten aus den Rüstkammern verjährten Judenhasses manche Vorwürfe herbeigebracht, in deren Folge der Herr Rabbiner zu München die Erklärung abgab, daß die mit der Moral nicht in Einklang stehenden Talmudstellen zu verwerfen Hirn. M wurden sämmtliche Rabbiner Bayerns aufgesordert, dieser Erklärung beizutreten, was auch von 3i derselben geschah,, von denen manche deßhalb sich hiezu entschlossen, weil ihnen nicht zum. Bewußtsein kam, daß in dieser. Erklärung eine das Ansehen des Talmud herabsetzende Concession liegtmanche darum, weil ihnen nichtsweniger als. die Wahrung dieses Ansehens am Herzen liegt. Nur neun Rabbiner leisteten der ihnen gewordenen Aufforderung keine Folge, indem sieerklärten, daß ihrer Ansicht nach, der Talmud nichts der Moral Entgegenstehendes enthält, und blos. wenige von diesen machten sich dabei anheischig, jede Talmud stelle, welche scheinbar eine unmoralische Tendenz hat, als der Sittlichkeit nicht widersprechend! zu vertheidigen. Es wurden, die Erklärungen. -sämmtMev• -Habbjner der Kammer der Reichsräthe vorgelegt, die aber, ungeachtet dass eine überwiegende Majorität der schon vor der Kammer der Abgeordneten abgegebenen Erklärung beitrat, das von der Regierung vorgelegte Emancipationsgesetz vmvarf,' womitnun die Hoffnungen auf Gleichstellung für unbestimmte Zeit verschwinden müssen. Auch auf dem einen Gebiete, auf welchem nun schon in den meisten Staaten Deutschlands der. Jude als ebenbürtig angesehen wird — nämlich dem.Gebiete der Wissenschaft— unLerläßt Bayern, noch immer, unseren Glaubensgenossen die. ihnen gebührende Anerkennung zu zollen, und so wurde vor. einiger Zeft Mem DocLor der Mediein, der an der Münchener Universität Vorlesungen überl ^Tropenkrankheiten-,-halten• wollte.>. nachdem er bereits seiy. Hahilr- Lationsexamen. mit glänzendem Erfolge b estanden; hatte, aus Veranlassen g Mehrerer Professoren das Recht, als Privatdocenl aufMtreten,,., zM. ^achtheile .der Wissenschaftversagt ,- obgleich das Ministerium sich erböiig zeigte, ihm diese Anstellung zu verleihen. . V; j; lEherM Wen die SLüatsregierung m Jahrx-18Mj einen guten Mllen für die Verbesserung der Stellung unseM.WMbWSgMjseifc. zu WmdM,- da sie mehrere-s.Nabbjner zur BeMwyrtnyg.^oys.M^.,.hie -der. Eultusverhältnisse betreffenden : Fragen aufsorderte; aher auch; dieser Schritt blieb ohne allen weitern- .Erfolg, so. sehr er auch zu manchen schönen Hoffnungen berechtigte.ES ist ,nun dre Re-