Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 7
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 284 (sequence 2)
- Language
- German
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284 Neeensionen und Anzeigen. Vereinzelten, vergilbten Wlättern - einen Auszugs wieder. : ^Der Auszug ist treu, aberdennoch-,nicht vertrocknetvergilbt wie das -Pergament: er ist von einem Lebenshauche, von dem frischenLnstzugeeines tiefsuhlenden, dichterischen Gemüthes durchwehet! ein religiöser Schwung gibt diesen Blättern einen dauernden Werth, und wie wolMuend ist es, den-berühmten Dichter Hier ganz in den Glauben seiner Väter versenkt wiederzufinden, Uhu von ihrem-Geiste getragen zu sehen! ״Die Erinnerung an das Ringen und Vollbringen unserer theueren Voreltern," sagt.Herr F. S. VI., ״ist ein stets׳ frommes Gefühl; dieses aber soll, um kein blos träumerisches zu sein, zu Thaten wecken. Was die Vorfahren mit ihrer Hände Fleiß, mit ihres Geistes Arbeit ׳erworben und geschaffenhaben, uns Nachlebenden kommt es zu Gute. Stets sind wir die Schuldner der Vergangenheit und wir gingen als schlechte Zahler ans dem Leben, wenn wir der Vorkämpsenden, Voremerbenden uns nur erinnerten und nicht durch eigene Anstrengung und Thal-, die wieder unseren Nachlebendenzum Heile und zur.Freude werden soll, die alt hergebrachte Schuld tilgen wollten." Eine Erinnerung an diesen Sinn will der, Vers, in einer Darstellung der allmäligen Ent- Wickelung des israel. Gottesdienstes und des religiösen JuKndunterrichts in Wien geben. Dieses wird in der zweiten Abhandlung ״der Tempelhof" vollständig ausgesührt; von noch größerem׳ Interesse ist jedoch die erste Abhandlung ״der alte Friedhof". Nach einer kurzen Notiz über die-erste in Sagen gehüllte Niederlassung der Juden in Oesterreich (Erzherzogthum) gehet der Vers, zu einer historisch sichern Urkunde vom Jahre 4385 über, die ״von einem Fudenfriedhofe vor dem Kärntnerthore" spricht. Dieser wurde bei einem im Jahre 1421 gegen die Juden ausgebrochenen Ausstande zerstört. Eine andere ansführliche,. hier miLgetheilte Urkunde ist vom 11. October 1644 über einen den Juden zum Friedhof überlassenen Platz (in der Roßau). ausgestellt. Im Jahr 1669 wurden die Juden abermals aus Wien verbannt: eine spanische Fürstin (wie es scheint Gemahlin des- Kaisers Leopold I.) kam mit einer Fehlgebürt Mieder: die Ursache hicrvon'wurde in der ,Mwesenheft der Juden gesucht! Die Gebeine der verstorbenen Väter konnten nicht mitgenommen werden: und die ins Elend Gejagten und iti׳ ber־:־.;grembe 3rrent)cn Deröa^cit nicht wenigstens den MtWäftüen 'die Ruhestätte zu׳ sichern , und es kauften zwei ftomme Minner^Isaak'und Israel?"FrMl', vom Magistrat für die zu jener Zeit Wertende Summe von 4000 Fli das Recht der sUnanLastbarkeit des:jüd.- Friedhofes. Dieser. Friedhof in der Roßau diente, als später die Juden wieder mach Wien׳ zurückkehren dursten, ihnen bis zum Jahre 1784 als Begräbnißplatz, kam hierauf allmälig in Verfall, wurde im