Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Briefe aus Brüssel
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 270 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829150-2829158-2852453--01099-2852490- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
270 Briefe aus Brüssel. Briefe Ms Brüssel.*) 'v•' Die Begebenheiten welche der belgischen Revolution im׳ September 1830 unmittelbar vorangingen, so wie die Vorfälle durch die sie sich bei und׳ Mch ihlM Entstehen vor allen früherN politischen Wirren und RmwäLzünM aüsMchnete, habrn die' .allgemeine Aufmerksamkeit zu sehr erregt als daß es nöthig wäre diesen Punkt hier näher zu berühren. Erwägt ckän daß die Reisten und vorzüglichsten Beschwerden (Grief?, wie man sie nannte) wider die holländische Negierung bei weitem die wirkliche oder scheinbare Zurücksetzung des Katholic'isnnls und eine gewisse Parteilichkeit Mm Nachtheil der eingebornen belgischen Einwohner MM Gegenständ hatten > so läßt sich leicht begreifen, daß und warum hie Juden in deü südlichen ProMzen Niederländs nicht eine außerordentliche Thätigkeit an den Tag gelegt haben. Man ließ ihnen die Gerechtigkeit WidAfähren, daß Jeder seinen Bürgerpflichten sorgfältig nachgekommen, und sich allen erforderlichen Aufopferungen unterzogen habe, ohne sich jedoch als FMtid oder Feind des manischen Hauses und der holländischen Negierung zu erklären; und man fand es lobenswetth, daß Nicht alle äüs Holland hierher gewanderten jüdischen Fa- MM MMM 0M gleich nach der Revolution Ln ihr Vaterland zuruckgekehrt, sondern durch kürzere öder Längere Ausdauer im Lände ihr Vertrauen in die belgische Redlichkeit an den Tag legten. Kaum warm über die kritischen Septembertage vorüber, und mit ihnen der Sieg und die Unabhängigkeit erfochten, so vereinigten sich 28 bis 30 Familienbätet und erklärten in Gegenwart dds D1;. Sommerhausen, welcher seit 1824 als correspondirendes Mitglied der Häuptcomünssion im Haag mit bet' Ah'eräüffichk über alle israelitische Angelegenheiten im Brüsseler Synagogensprengel beauftragt war, daß sie sich in Religions- und Cultussachen von der holländischen Dberaufstcht lossagen und gesonnen seien Äne eigene Unabhängige Cültusgemeinde zu bilden. Nicht lange, .chiWüf ühKnahmek ‘rintgfc dieser Familienväter den Auftrag, die Sta- Luten für eine solche neue Gemeinde zu verfassen und noch andere Theilnehmer 'zu gewinnen, um im Stände zu sein die kosten für den Synagogendienst und den Gehalt der Beamten auszubringen. Es zeigte sich nun zwar von dieser Seite ein guter Erfolg; allein man hatte, durch den Umstand verleitet, daß die provisorische Negierung die vollkommenste *) Vgl. vor. Iahrg. S. 499, 541. DerVerf. dieser Briefe, V1-. H Sommer- Haufen, ist wie bereits mirgetheilr wurde, im Mä'rz d. I. mit Tod abgegangcri. D. Red.