Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 237 (sequence 1)
- Language
- German
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Recensionen und Anzeigen. 237 Neceilswnen und Anzeigen. 1/Inscription Phenicienne de Marseille, traduite et commentee par S. Munk. Paris 1848• Imprimerie royale. 63 Seiten nebst einer Tafel. Iw Jahre 1845 wurde bei einer in Marseille bei Gelegenheit des Baues eines Hauses unternommenen Ausgrabung eine phönicische Inschrift aufgesunden, die an Größe und Reichhaltigkeit weit Alles übertrifft was wir an phönicischen Denkmälern besitzen. Mehrere französische und deutsche Gelehrte haben den Versuch gemacht, diese Inschrift zu entziffern; die vorliegende Monographie des Hrn. Munk dürste unter diesen Versuchen einen vorzüglichen Rang einnehmen. Zu diesem Urtheile berechtagten auch den Dilettanten mehrere Erklärungen des Hrn. M., die durch ihr Anschmiegen an den Genius der Sprache wie durch ihre Einfachheit׳ viel Einleuchtendes haben. Mit Recht sagt Hr. M. (S. 5 u. 6): ״Wenn man die wenig befriedigenden Resultate betrachtet, welche die Auslegung der phönicischen Denkmäler bis jetzt ergeben haben, die große Abweichung der Auslegungen über einen und denselben Text, die geringe Wahrscheinlichkeit, welche die meisten Entzifferungen bieten, die häufig barbarischen Construetionen, welche allen Regeln der semitischen Sprachen Hohn, sprechen und die Jener, der durch eine lange Gewohnheit das ״Gefühl" dieser Sprachen besitzt, beim ersten Anblick für falsch und unmöglich erklären muß, so muß man wohl eingestehen, daß es uns noch an mehreren zur sichern Erklärung der phönicischen Inschriften nothwendigen Elementen gebricht, und daß oft der philologische Apparat des Hebräischen und aller semitischen Sprachen nicht hinreicht, die in diesen Inschriften sich darbietenden Schwierigkeiten zu lösen. Es ist Zeit, dieses Geständniß demüthig abzulegen, sich von dem falschen Wege zu entfernen, den mehrere Ausleger betreten haben und welchen selbst Gesenius nicht immer vermieden hat. .... Mit der von verschiedenen Auslegern befolgten Methode würde man es auch unternehmen können, eine chinesische Inschrift in einen hebräischen Text umznwandeln. Die Wissenschaft kann nichts gewinnen bei solchem Verfahren, das uns, wenn einst wichtigere und belehrendere Denkmäler aus ihren Gräbern werden hervorgegangcn sein, dem Gelächter der Nachwelt aussetzen muß." Mit nicht minderem Rechte behauptet ferner Hr. M., daß, so lange man nur an der Hand des Lexicons an solche Entzifferungen gehet, mgn in die gröbsten Fehler verfallen muß; nur wer die semitischen Sprachen und zumeist die hebr. und aram. in sich ausgenommen, sich in sie hineingelebt und sie gleichsam sich einv'erleibt hat, mag sich an einen solchen Versuch wagen. Es muß