Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Polen
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 213 (sequence 3)
- Language
- German
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Zur Geschichte der Juden in Polen. 213 Piafteu das Scepter^). Der erste König auS diesem Stamme wurde vom Volke erwählt. Seine Nachkommen herrschten langes, sie galten für gute Familienväter, selbst für etwas zu gutmüthig. Einfachheit und Milde bilden die Hauptzügc ihres Charakters5). Kasimir der Große, dieser seinem Zeitalter überlegene Regent, war der letzte König aus dieser Dynastie; er nimmt in der Ge. schichte der Dankbarkeit seines Volkes den ersten Platz ein. Die jagiellonische Dynastie erhebt und kräftigt vor allem das Königreich, welches nicht nur äußern Gefahren ausgesetzt, sondern auch im Innern durch gar zu schnelle Entfaltung der politischen Freiheiten erschöpft war. Die Politik der Jagiellonen, auf Geduld und Milde beruhend, förderte den Widerstand gegen die Gesetzlichkeit. Sigismund August, der dieses Haus beschloß, weissagte den Untergang Polens°). Schöne und angenehme Momente lieferte Polen als Wahlreich; doch schnell füllten traurige Ereignisse das Blatt der Geschichte. A. Polen als selbstständiges Reich. I. Polen unter Regierung der Plasten von 860 —1370. 964-1102. Mieczyslaw, der vierte Herzog aus dem Plastischen Stamme, führte im zehnten Jahrhundert das Christcnthum in Polen ein'). 3) Interessant sind folgende, einem Volkslied entnommene Strophen: Wer ist -er Herr Piast? Was 'für ein Baum ist hier? Sein Stamm, steht der noch jetzt? Er grünet für und für. So lange die Natur ihr Wesen fort wird treiben, ' So lange Seit wird er auch blühen und verbleiben. Im Fall der Tobten Geist auch denkt an diese Welt, So schaue zu uns her, Piast, Du werther Held. Glück über Glück war einst; Gott gab dir Polen ein. Doch mehr ist's, Urahnherr so vieler Herrscher sein! Dan. Czcpkii Gyne. Siles. Lyg?־Breg. Lips. 1626. 4ו Auf dem polnischen Throne starb die männliche Linke mit Kasimir III. 1370, die weibliche mit Hedwig 1399 aus. Am längsten erhielt sich der plastische Stamm in Schlesien, mehrfach verzweigt. Mit Georg Wilhelm, Herzog von Liegnitz, erlosch 1679 der plastische Stamm gänzlich. 5) Mickcewicz Vorlesungen. 6) T. Czacki, 0 lit. i pols. praw. 7) Die Annahme des Christenthums durch Mieczyslaw um das Jahr 964 geschah auf Anregung seiner Gemahlin Dombrowka, Tochter des böhmischen Herzogs Boleslaw. Die Nussmen verließen erst unter Wladimir I. um das Jahr 988 das Heidenthum. Man erzählt, Wladimir habe vor seiner Bekeh-