Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Über einen allgemeinen Rabbinercongreß
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 210 (sequence 2)
- Language
- German
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210 ' Hebereinen allgemeinen Stabbinercongreß. als ein Rabbiner Deutschlands und Frankreichs. Jener wird die Befreiung von äußerm Einflüsse verlangen, dahin zu wirken, daß die Regiernng nicht hemmend cingrcife, da ihm von dieser Seite die meisten Hindernisse erstehen; Dieser kennt ganz andere schädliche Einflüsse und er wünscht, daß die Mittel zur Hebung des religiösen Geistes, zur Empfänglichkeit der Gemnthcr aufgefunden werden. Und in diesen Mitteln selbst wie verschieden die Ansichten! Jener wird einen engen Kreis ziehen wollen, in den der Wissenschaft nur kleiner Eingang gestattet fei; Dieser vermeint an der׳ Hand der Wissenschaft selbst dkm Religiösen einen neuen Aufschwung zu geben! Ueberhaupt wollen wir nicht Jdealen, die zwar von geistigem Schwung zeigen, deren Nealisirung aber sehr fern liegt, Raum geben und nicht von ihnen Hülfe erwarten. Ein europäischer Nabbincrcongrcß mag׳ sehr großartig lauten und für die Phantasie viel Einschmeichelndes haben: näher betrachtet ist er jedoch nur ein Phantaficgebilde, und an feine Verwirklichung Hoffnungen knüpfen heißt jede Abhülfe aufgcben oder das stillschweigende Geständniß ablcgen, daß eine Abhnlfe gar nicht zu finden sei. Nein, wir können eine solche Resignation nicht theilen! Die Abhülfe liegt nicht so fern; ״nicht jenseits des Meeres", daß man sie erst von da hole, und nicht in weit von einander getrennten Ländern, daß man erst znsammenkomme und sie aufsuche: cs kann sie Jeder in seiner unmittelbaren Nähe aussuchen und sie tvird unter Gottes Beistand gefunden werden, wenigstens wird das Streben nicht ganz fruchtlos sein. Vorerst richte sich die Aufmerksamkeit aus Hebung des religiösen Wissens im Allgemcineu, daß die,Jugend in Kenntniß der väterlichen Lehre heranwachse. Der-Beginn muß nun sein in Errichtung tüchtiger Schulen, in .denen die Jugend Belehrung empfange, die sie mit Liebe zum väterlichen Glauben erfülle. Und hierzu bedarf cs nicht einer weit hcrgeholten Zusammenkunft: jeder Rabbiner soll in seinem Kreise dafür wirken. Der andern Ausgabe, Schöpfung eines Seminars, an dem sich einstige Rabbiner heranbildcn, scheint in Frankreich kn der Ecole cenlrale raMnnique jit Metz (vgl. Briefe aus Paris vor. Jahrg. S. 225) schon lauge genügt worden zu sei». Entspricht vielleicht diese Anstalt nicht allen Anforderungen (vgl. das. S. 226), so mögen die Rabbiner Frankreichs zusammeUtreten und über Verbesserung und Vervollständiguug Beschlüsse fassen: ein europaischer Nabbinercoiigrcß wstr.de hier wertig Abhnlfe bringen. —