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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 5 · p. 168

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 5
Article
Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
Date
1853-01-01
Page
168 (sequence 8)
Language
German
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Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen. vielleicht auf Anrathen des Jonathan, die Peruschim anfforderte, sie möchten ihn erinnern, wenn er etwa in irgend etwas gegen ihre Lehren fehle, und Eleasar das allgemeine Lob der übrigen Peruschim mit dem bekannten Vorwurfe unterbrach, daß Hyrcan sich des Hohenpriesterthums zu Legeben habe, weil die Reinheit seiner Abstammung verdächtig wäre, ließ der erzürnte Fürst die Sache untersuchen, und da der Vorwurf nicht begründet war, den Eleasar zur Strafe ziehen. Weil nun die Peruschim, obwohl selbst über jenen Frechen erzürnt, doch nach ihrer Milde, die noch nichts von Per Schrecklichkeit eines crimen Inesae majestatls kannte, ihn nicht müdem Tode, sondern nur mit Gefängniß und Geißelhieben bestraften'): so hielt sich Hyrcan, von Jonathan gestachelt, von der Feindseligkeit aller Peruschim überzeugt, obwohl er selbst die milde Gerichtsbarkeit derselben überhaupt .kannte^, siel von ihrer Secte ab, wurde Sadducäer, schaffte die pharisäischen Gebräuche beim Opferdkenst ab und verbot sie bei Strafe, mußte aber einen dadurch entstandenen Aufstand unterdrücken. Eine allgemeine Verfolgung der Peruschim aber und eine Flucht derselben ist sehr zweifelhaft, vielmehr hat man Grund anzunehmen, daß es Hyrcan bei seinem Abfalle und dem sadducäischen Cultus habe bewenden lassen.?) Von dieser Stunde an aber war der Stern des Friedens und des Glückes vom jüdischen Volke gewichen, eine sich immer mehr erweiternde Kluft war zwischen Volk und Regent aufg'ethan, das gegenseitige Bertrauen untergraben, und' Bürgerkriege, fremde Waffen ins jüdische Land von Juden gegen Juden hereingerusen, und endliche Ohnmacht und Tod unter den erstickenden Küssen des Antipater und den Fußtritten des Pompejus waren die bitteren Folgen dieser unwürdigen Einmischung der Religion in die Politik. — Als ob mit dem Pharisäismus zugleich der Geist der Milde ausgezogen, die innigen Familkenbande gelöst, die Ehrfurcht vor Eltern entwurzelt worden wäre, und der wilden Herrschsucht, dem grausamen Wüthen gegen das eigene Fleisch, dem Mißtrauen und der Tücke den Platz geräumt Hätte; so sehen wir schon in den Söhnen des Hyrcan ganz das Gegenbild zu den frommen, einträchtigen Söhnen des Mathatias, die einmüthkg, vertrauensvoll, bescheiden und aufopfernd keinen Ehrgeiz kannten, als den die Ehre und den Bestand des Glaubens und der 7) Jos. 13, 18. 8) S. Notizen 1,

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