Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die talmudische Topographie
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 2)
- Language
- German
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146 Misserifchaftliche Aufsätz e. gegolten haben soll! Die׳ Nähe von Tiberias allein konnte die Rach- Larorte nicht verunreinigen, sonst müßte z. B. Maon und מגדל מגיא (wahrscheinlich Tarichaea) ßbensalls für unrein gegolten haben, weil sie gleich Emmaus nur eine.מיל von Tiberias entsernt waren, und doch finden wir, daß in letztem eine Priesterklasse ihren Sitz hatte! Nichts hindert uns, diese Priesterfamilien in^dem judäischen Emmaus wohnen zu lassen. Demnach ist die vorgeschlagene Emendation von אימונים in אמאום und zwar wiederum das tiberiensische, weil von N. Iochanan die Rede ist, dessen Sitz in Tiberias gewesen, auch noch seh r problematisch.; - Herr R.. führt noch ein drittes Emmaus an, das. ihm aus Rosen-- müller bekannt ist, das nasse bei Jerusalem gelegen haben soll; er glaubt,, es sei identisch mit dem Emmaus-Nieopolis. Allein wenn man aus die Quelle zurückgeht, wo dieses Emmaus vorkommt, so ergibt sich, daß es eine Fietion ist, gleichsam, ein Atopon. Das Lucasevangelium nennt (XXIV, 13) ein Dorf Emmaus 60 Stadien von Jerusalem; djcs^oyda araölovs s^r/zovvtx d7to ,Isgovaalr^i.?/ ovopc( Daselbst soll Jesus zweien seiner Jünger in leib- Hafter Gestalt erschienen sein. Dieses Emmaus hat den Exegeten, Apologeten und Geographen viel zu schaffen gemacht, um es mit dem nach Josephus 176 Stadiin von Jerusalem entfernten Emmaus in Einklang zu bringen. In der Noth schuf man zwei Emmaus in Judäa. Selbst Robinson weiß dieses Emmaus nirgends unterzubringen und möchte lieber in Lucas anstatt 60 die Zahl 160 setzen (III. 282 Anmerk. 1). Wer aber für Lucas' Unfehlbarkeit keine Verantwortlichkeit hat, braucht sich ein drittes Emmaus nicht gefallen zu/lassen. Lucas, wie alle Evangelisten, waren — eben weil sie nicht Äugenzeugen der erzählten Begebenheiten, sondern aus getrübter Tradition zusammengetragen haben —- in der palästinensischen Geographie eben so unwissend, wie in der altern jüdischen Geschichte. Das Sagenhafte in dieser Evangelium-Stelle verräth sich auch in dem Umstande, daß Emmaus ein D orf g en an nt w i rd. Nicht besser haben es die Evangelisten mit der Stadt' Bet-Saida (Julias ציידן) gemacht, das sie aus die Westseite des Tiberiassees verlegen, während es auf der Ostseite gelegen hat. Solche'Verlegenheit-über falsche Angabe der Oertlichkeit zwang die Harmopisten zwei desselben Namens zu fingiren,und selbst der vorsichtige Relandfieß sich verleiten, zwei Bet-Saida anzunehmen (S. 65.466). Genauigkeit in der nachbiblischen Geographie ist nur. in der talmudischm Literatur zu finden, natürlich nach, kritischer Läuterung. r אסיא oder ׳. עסיא Iw zweiten Artikel stellt Herr Verf. eine Ansicht aus/die viel gegen sich hat. Im Talmud wird ein Asia erwähnt.