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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 4 · p. Seite 137

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 4
Article
Die Geschichte der Niederlassung der Juden in Holland und den niederländischen Colonien
Date
1853-01-01
Page
Seite 137 (sequence 17)
Language
German
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Die Geschichte der Niederlassung der Juden in Holland ec. 137 Welthandel und das Finanzwesen weniger in den Vordergrund traten, mochten cs nicht mit ihrem Gewissen vereinbar halten, Gewissensfreiheit zu gewähren. Erst mit dem Triumphe des freisinnigen und tapfern Wilhelm HI., dessen wohlthätiger Einfluß sich bald in England wie in Holland fühlbar machte, brach auchin diesen Staaten dem Judenthume eine neue Morgenrothe an. Herr Koenen verläßt hier auf kurze Zeit das Feld der politischen Geschichte der Juden in Holland, um sich den innern Zuständen der Synagoge und der Schulanstalten zuzuwendcn. Es ist zu bedauern, daß die Mittheilungcn des Vers, über Wirken und Wissen der Juden seit der letzten Diaspora, viel Unrichtiges enthalten. Was er jedoch über die innere Einrichtung der aus der pyrcnäischen Halbinsel in den Niederlanden Eingewanderten berichtet, ist einem bewährten jüdischen Schriftsteller entnommen*), den wir hier sprechen lassen. Bei den spanischen und portugiesischen Juden in den Niederlanden finden sich vier Arten Vorstände: 1) Der sogenannte politische »der weltliche Vorstand, bestehend aus den Aeltesten oder Parnassim (gewöhnlich der Maamad — ivpio genannt), deren Anzahl nach Verhältniß der Zahl der Gemcindcmktglieder größer oder kleiner ist, ferner aus einem Tresorier. Die Ernennung oder Wahl geschehet jährlich, bisweilen aber auch erst nach mehrere» Jahren. L) Der geistliche Vorstand,.bestehend aus dem Oberrabbiner (Chacham), und zu Amsterdam gewöhnlich noch aus drei Unter- Rabbinern oder Lehrern (Darschannn). Sie werden von den Parnassim ernannt und find mit den Angelegenheiten des Cultus innerhalb der Synagoge beauftragt. Mit der administrativen Abtheilung des Gottesdienstes b esassen sich nur die Parnassim. ") Dem berühmten Daniel Levi de Barrios» berauch als Dichter bekannt ist. Geboren zu Montella in Spairicn» diente er als Officier im spanischen Heere» entfloh aber nach Amsterdam» wo er zum väterlichen Glauben zurückkehrte und kärglich von der Unterstützung einiger Glaubensbrüder lebte. Er ist Verfasser mehrerer Schriften, die seine Religionsgenoffen zum Gegenstände haben. Er schrieb eine Anekdötensairnnlung berühmter Männer: Historia universal judayeo, ferner ein literarisches Werk: Relacion de los Poetas y Escritores de la. nacion judayeoj die meiste Beachtung verdient jedoch seine Schrift: Triumph« del govierno populär y de la antiquadad Lol andern. Hier gehet der Vers, die ganze jüdische Geschichte durch und berichtet über die Gemeinde zu Amsterdam. Sämmtliche Werke sind erschienen Amsterdam 1683. Frankel» Monatsschrift 11. 11

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