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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 4 · p. Seite 123

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 4
Article
Die Geschichte der Niederlassung der Juden in Holland und den niederländischen Colonien
Date
1853-01-01
Page
Seite 123 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Die Geschichte der Niederlassung der Juden in Hollandre. 125 1 Die Umstände, unter denen die Juden sich zufällig hier und da m den Ortschaften und Gegenden, welche später zu der niederländischen Provinz Gclderland und dem Bisthum Utrecht gehörten, meist auf sehr kurze Zeit nicderließen, und ztvar lange vorher ehe es ihnen von der Reichs - oder Provincial-Obrigkeit gestattet war, sich regelmäßig ansässig zu machen, waren ganz dieselben wie die an-allrn übrigen Orten des römischen Reichs. Ihre Hauptniederlassung, zu!velchcr alle Ansiedelungen im nördlichen und westlichen Theile Deutschlands gehörten, war zu Cöln am Rhein. Die Gesetze, denen sie besonders unterworfen waren, wie auch die etwaigen Begünstigungen, die ihnen unter dem Neichsobcr- Herren vor und nach Karl dem Großen zu Thcil wurden, sind ziemlich bekannt, ebenso die Neigung, welche der letztgenannte große Herrscher bei vielen Gelegenheiten für seine jüdischen Unterthanen äußerte. Ueberhaupt gibt es keinen Grund, die Geschichte der Juden in den hier besprochenen Gegenden aus dem Verband mit ihrer Geschichte in ganz Deutschland oder eigentlich in ganz Europa hcrauszureißen. Während des Zeitalters der Kreuzzüge bis auf Karl V. durften die Juden in den Gegenden, welche unter, diesem Kaiser und seinen Nachfolgern׳ zu den Niederlanden und zwar zu den jetzt׳ nicht-katholischen gehörten, sich blos kraft allgemein üblicher kaiserlicher Schutzbriefe aufhältcn, und waren größtentheils mit den Lombarden, priviligirten Geldwechslern u. dergl. glcichgestellt. Das Herzogthnm Gclderland und die GrafschaftZütphcn sind die׳ ersten Provinzen, in denen die Juden gegen die Mitte des 14-Jahrhunderts auf gedachte Weise geduldet wurden. Ihre Anzahl mochte sich etwa aus 5 bis 400 belaufen; der Betrag ihrer Abgaben soll ungefähr 570 Pfund Vlämisch oder 3420 Gulden Velausen haben. Diese Angabe scheint jedoch nach Anderen zu-niedrig, dader Herzog von Geldern schon im ersten Jahre ihrer Zulassung von den Juden 132 Pfund oder 793 Gulden bezogen Haben׳ soll. — Im Jahre1349 ׳ trifft mau Juden in Nhmwegen; Zütphen und Docsburg, etwas später auch an andern Orten; und von dieser Zeit an bis auf 1468 ist aus den schriftlichen Belegen erwiesen, daß sie sich dort ununterbrochen aufgehalten und dem Herzog bedeutende Summen gezahlt, auch sonst wichtige Dienste geleistet haben- Gegen die Mitte des 15. Jahrhunderts fanden mehre merk- 10*

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