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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 3 · p. 120

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1853-01-01
Page
120 (sequence 8)
Language
German
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120 Neeensionen und Anzeigen. erschien und dessen Anblick die frühere- Tugendtraft wieder wach rief, vorzuziehen gewesen. Die zweite Abtheilung enthält viel Ausgezeichnetes. Der Raum gestattet nicht hier einige Auszüge wiederzugeben; wir verweisen vor Men auf die Hymne: ״Der Seele Loblied an Gott" (S. 277). Die dritte Abtheilung / bringt auch mehrere Beiträge von V eit. Die kernigte, gedrängte Sprache drückt diesen Sprüchen Vollkommenheit aus. Herr Dr. 23. hat mehrere, bei Dukes ״Rabbinische Blumenlese" angeführte Sprüche in theils dichterischer, theils sententiöser Fassung wiedergegeben. So ist sehr schön der Spruch Gittin 90 verarbeitet: Wer seine erste Frau verloren hat, - Dem ist zu Muth,.als ob die Gottcsstadt, Der heil'ge Tempel war' in seinen Tagen In Trümmer und in Schutt verschlagen. Und wer das Weib ließ von sich gehen, Mit dem er seine Jugend froh genossen, Der Al rar Gottes hat sich über den In Thronen vittern Leid's ergossen.' Manches scheint jedoch , weniger zu einer Sentenz geeignet, und wurde auch nicht als Sentenz von den Men Lehrern ausgesprochen. So Des Richters Ausspruch soll ergehn Nach dem was seine Augen sehn. Das bekannte 'אין לדיין אלא וכו, welches aber nichts wenigerMls eine sententiöse Beziehung hat. — Nicht entsprechend genug ist das 'אין רומה מי שיש לו. פת בסלו וכל wiedergegeben durch: Es macht ein ganz verschiedenes Gesicht, Wer Brod im Korb hat und wer nicht. . Der hebr. Spruch will sagen, daß, wer Brod im Korbe hat, der fühlt sich -schön im Bewußtsein, daß er seinen Hunger stillen könne, gesättigt, wer es aber nicht besitzt, den peinigt der Hunger doppelt. In dem Gedanken, den Wunsch befriedigen zu können, liegt oft schon Befriedigung. Aehnlich wird auch ausgesprochen: 'כל הראוי לכילה וכו. — Doch verlieren sich diese wenigen Stellen in der Menge des hier gebotenen Trefflichen, und es ist Herrn V. vieler Dank zu wissen, der, obschon er nicht den theologischen Bildungsweg eingeschlagen, sich diesem Gebiete liebevoll zuwendet. Angehängt ist dem Werke, das auch typographisch schön ausgestattet ist, ein Jnhaltsverzeichniß mit Anmerkungen und Angabe der Quellen. Es wird hier manches Belehrende geboten, das nicht überschlagen werden darf. - Das Buch kündigt sich als ein ״Buch sür^s Haus" an. Und es darf auch in keinem Häuft, wo noch, nicht bornirte lächerliche Vornehmheit jede Rückerinnerung an Judenthum verdrängt hat, vermißt werden.

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