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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 3 · p. 106

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 3
Article
Briefe aus Prag
Date
1853-01-01
Page
106 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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106 Wissenschaftliche Aufsatze. Mittel wird sich außer der besondern persönlichen THLtigkeit in einem harmonischen Zusammenwirken der Rabbiner finden, in einem periodischen Conferiren über wichtige Lebensfragen, überhaupt Ln einer Annäherung und gemeinschaftlichen Ausfuhren. Von Prag als dem Herzen des Landes, der eigentlich großen Gemeinde, sollten sich die Lebenssäfte nach allen Richtungen verbreiten, von dort aus sich ein kräftiger Pulsschlag durch die Adern ergießen. Ob dieses ausführbar sei soll in einem der folgenden Briefe, die sich zu den israel. Zuständen Prags wenden, besprachen werden. NWnschastlichr AWHe. Die talmudische Topographie. Von Dr. H. Grä %:*) So viel auch schon über die Geographie Palästinas geschrieben ist von Eusebius bis aus Robinson und Ritter, ging die talmudische Geographie dabei ziemlich leer aus, welcher doch eigentlich ein Hauptplatz eingeräumt werden sollte. Das Augenmerk der Touristen und Forscher ist lediglich auf biblische und neutestamentliche Ortschaften gerichtet und aus jene Schauplätze, die durch Josephus historisch geworden sind. Hingegen die Scenen der talmudischen Thätigkeit, der Raum auf dem die vierhundertjährige Geschichte nach der Zerstörung vorging, schrumpfen in einig en> Namen zusammen, welche christlichen Geographen zufällig in den Wurf gekommen sind. Die Unkenntniß der talmudischen Geographie rächt sich aber zuweilen auf eine beschämende Art. Bruno Bauer, die eingefleischte Hyperkritik mit dem großen Worte, behauptet, die neutestamentliche Stadt Chorazain sei eine geographische Fiction, während es die talmudische Literatur kennt als eine wegen der vortrefflichen Weizenernten berühmte Stadt. Eine Ausnahme hiervon wacht der eben so gründliche, wie geniale Reland, der manche treffende geographische Vergleichungen und Entzifferungen hat. Allein ihm standen die jüdischen Quellen nicht ganz zu Gebote , er war nicht Mister derselben. Nur zwei jüdische Geographen haben einen wissenschastlichen Beitrag der talmudischen Geographie geliefert: die Touristen Benjamin von Tudela und Estori Parchi. In neuester Zeit hat Herr *) Vgl. vor. Iahrg. S. 509.

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