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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 2 · p. Seite 62

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 2
Article
Die Essäer nach talmudischen Quellen
Date
1853-01-01
Page
Seite 62 (sequence 2)
Language
German
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62 Wissenschaftliche Aufsätze. Versammlung der Asidäer (das. v. 4L) , mißbilligten also keineswegs den Entschluß^). Ebenso lehrt der Ehasid Jose ben Joö'ser Erleichterungen: Studiunr und objective Auffassung des Gesetzes allein haben Geltung. Mit Jose ben Joisser tritt jedoch der Essäismus in ein Stabiitm auf dem er sich später sehr bemerklich macht, und ist das eigentliche Anbrechen des Essäismus in diese Zeit zu versetzen. Es. entstehet ׳jetzt ein höherer Grad der levit. Reinheit, der der Hebe (טהרתהתמה), auf welchem sich Jose hält: es gibt nun eine Abstufung, einen ersten und zweiten Grad. Der Effäismus gehet weiter aufwärts aus diesem Wege der levit. Reinheit, doch stehet der Essäer nicht außer, sondern im Volke: durch die untere Stufe — den CH ab er — hangt er mit der Gesammtheit zusammen, und es entfremdet ihn auch nicht die höhere Reinhaltung dem eigentlichen Studium und dem Lehramte. Aber dieses 'sich mehr und mehr abstufende Aufwärtssteigen zur höheren levit. Reinheit führte auf die Bahn der Theosophie, und der Essäismus macht sich in ängstlicher Enthaltsamkeit und strengen Vorschriften geltend^). Er bildet zwar nicht einen Gegensatz zu dem in den Lehrzimmern durch das Studium sich entfaltenden Neligionsleben; doch liegt mn der von ihm eingeschlagenen Richtung der Keim zur Sectirerei, und es wird durch Manche, die dieser Richtung zu sehr folgten, begreiflich, was Josephus über die Secte der Essäer erzählt (vgl. Skizze S. 459 ff.). Aber der Essäismus fand bald einen Gegensatz. Der denkende jüdische Geist konnte diese Ausartungen nicht lange ertragen; eine höchst bemerkenswerthe Neaction trat ein, die die Auswüchse ausstieß. Der eigentliche Schwerpunkt des Essäismus lag in der Unmittelbarkeit, die er zwischen der höhern körperlichen Reinhaltung und der ' geistigen Ergebung fand. Die körperliche Reinhaltung hat in der Schrift ihre Begründung: der Zutritt zum Heiligthume, sowie der Genuß der Opferstücke und der Hebe wird bei vorhergegangener Verunreinigung von der Reinigung abhängig gemacht; und die von dem Propheten Chaggai (Chaggai 2, 12. 13) an. die Priester gerichteten Fragen beweisen, daß diese Gesetze stets Beachtung und Geltung fanden. Mag 2) 1. Macc.2, 42: tot3 Gvvrjx&riGav 7tgdg ccvzovg avvo'ycoyfj’AGidciLcöv. Die Leseart IovScdcov zeigt sich nach dem ganzen Zusammenhang als unrichtig. 3) Josephus erzählt Iüd. Krieg 1. 3. 7 von der durch den Sabbat ver- 'anlaßlen Unthätigkeit der Juden, die die endliche Einnahme Jerusalems von dem es belagernden Pompejus beförderte. Nach dem Vorgänge von 1. Macc. 2, 40—42 hätten die Juden unbedenklich zu den Waffen greifen und die fortrückende Belagerung abwehren müssen. Allein der Rigorismus des im Text bezeichnetcn spätern Effäismus hatte im Gegensätze zu den Effäern der Maccabä'erzeit, einer solchen strengen Feier Eingang verschafft.

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