Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-09-01 · Heft 12 (September 1852) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 12 (September 1852)
Article
[Rezension]
Date
1852-09-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829133-2829146-2852072--00592-2852114
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Reeenfionen und Anzeigen. 477 Hagar und Jsmael S. 21 heißt es: Gott hat erhört die Stimme des Knaben, da Gott auch hier ist באשר הוא שם das הוא auf Gott bezogen und auf die Allgegenwart Gottes hingedeutet. Aber שם heißt niemals: hier, warum nicht: Ln der Lage, in welcher er (der Knabe) sich befindet? — S. 28 heißt es mit Unrecht, daß Abraham die Töchter Canaans wegen des Götzendienstes verschmähete. Waren doch Nachor und Bethuel ebenfalls Götzendiener. Wegen ihrer Unstttlichkeit vermied er sie. In der Geschichte von Jakob und Esau sollte als Grund, daß Rebeka jenem das Erstgeburtsrecht durch List verschaffen will, der göttliche Ausspruch: ״Und der Aeltere wird dem Jüngern dienen" nicht vergessen sein; dies rechtfertigt zwar ihre Handlung nicht, aber den Zweck, erklärt Isaaks nachträgliches Einverständniß und zeigt die göttliche Lei- Lnng, ob auch der menschliche Weg nicht der rechte sei. (Schluß folgt.) Wissenschaftliche Aufsatze. Einiges zur SchöpsungsLheorie der Talmudisten. Da in der neuern Zeit das weite Gebiet des Talmud und Midrasch nach vielen Seiten hin bearbeitet wird, das Interesse für diese Literatur insbesondere durch die Erforschung ihrer in ethischer, philologischer, archäologischer und historischer Hinsicht wichtigen Stellen allgemeiner zu werden beginnt, dürste es wohl an der Zeit sein, daß auch der metaphysisch-dogmatische Tbeil dieses LiteraturgebieLes wissenschaftlich behandelt werde, da dieß sowohl um seiner selbst willen von höchster Wichtigkeit wäre, als auch zur Würdigung des Talmud nach außen, zur Abwendung vieler gegen denselben gesaßten Vorurtheile schon darum wesentlich beitragen müßte, weil bei einer derartigen Arbeit viele Stellen, die bisher nicht nur von christlicher, sondern leider auch von jüdischer Seite als Proben ״rabbinischen Aberwitzes" u. s. w. bezeichnet wurden, ans Licht gezogen und durch die uothwendige Combinatiou mit andern Aussprüchen in ihrem wahren Sinne dargestellt werden müßten. Wer aber mit diesem Theile der talmudischen und midraschischen Literatur auch nur einigermaßen vertraut ist, wird wohl wissen, daß hier außer den Schwierigkeiten, denen man bei jeder Forschung auf dem erwähnten Literaturgebiete begegnet, auch noch manche andere vorhanden sind, und es dürste darum, so lange eine systematisch geordnete Darstellung der im Talmud und in den Midraschim niedergelegten religionsphilosophischen Ansichten zu den

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.