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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-08-01 · Heft 11 (August 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 11 (August 1852)
Article
Über den Lapidarstyl der talmudischen Historik
Date
1852-08-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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IRI
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lieber beit Lapidarstyl der talmudischen Historik. 405 Tode des Antigonus tritt ein neuer Wendepunkt ein, sowohl hinsichtlich der geschichtlichen Hindcutnng, die mm zumeist sich ausschließlich auf das innere Staatslcben richtet, als hinsichtlich der Träger dieser Sprüche, die nicht wie früher einzeln auf einander folgen, sondern von denen je zwei durch einen Zeitraum von etwa 160 Jahren (vgl. weiter) neben einander leben. Diese je zwei her« vorragcndcn Zeitgenossen waren nach der Mischna (Chagiga 16) Häupter des Synhedrinms: der je zuerst genannten Nasi (Synhedrialpräsident), der nach ihm Genannte Ab-Bet-Din (Vicepräsibcttt)2). Jose ben Joöser aus Zercda und Jose ben Jochan an aus Jerusalem eröffnen die Reihe. Jose ben Joöser stellte den Spruch auf (Abot 1, 4): ״Laß dein Haus ein Versammlungs- Haus der Weisen sein, lagere dich im Staub ihrer Füße und trinke mit Durst ihre Worte." Jose ben Jochanan sprach (Vas. 1, 5): ״Laß dein Haus weit geöffnet und Arme deine Hausleute sein, und laß dich nicht zu sehr in Gespräch ein mit der Frau." Diese allgemein gehaltenen und auf sittlicher Grundlage ruhenden Gnomen rufen den Spruch Simon des Frommen: ״Auf drei Dingen beruhet die Welt: auf der Lehre, auf dem Opfcrdienst und aus Ausübung der Liebespflichtcn" (vgl. oben S. 211) zurück. Jose ben Joöser hebt das erste dieser TriaS ״die Lehre" hervor, will häufigen Umgang mit Weisen und Belehrung aus ihrem Munde; Jose ben Jochanan nimmt das andere Ende ״die LiebeSpflichten" ans, und empfiehlt Gastfreundschaft und Spenden an Arme: das mittlere Glied ״der Opferdienst" fehlt sowohl in dem Spruche des Einen als des Andern. Gehen wir jedoch näher auf die Begebenheiten der Zeit ein, in der diese Männer lebten, so wird hierüber Aufschluß, und es wird zugleich die wichtige geschichtliche Frage über die Zeit der Entstehung des Synhedriums ihre Erledigung finden. Jose ben Joöser war eine hervorragende Persönlichkeit in den Tagen des maccabäischen Religionskampfes. Er starb als Märtyrer, besiegelte den Glauben dem verrätherischen Hohen- Priester Alkimus gegenüber mit seinem Blnie, erzählt der Midrasch (Bereschit rabba 65); und es drückt die einfache prunklose Weise mit der sein geduldiges Leiden als sich selbst verstehend, ja fast nur als Nebensache referirt wird (vgl. das.), der Erzählung das unverkennbare Zeichen der Wahrheit aus. Als halachische Lehreu sind von ihm drei Vorschriften (Edujot 8, 4) enthalten, die sowohl durch ihr altaramäisches Idiom, als daß eine dieser Vorschriften S) lieber Nafl und Ab-Bet-Din vgl. oben ausführlich S. 345 ff, 31*

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