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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-07-01 · Heft 10 (Juli 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 10 (Juli 1852)
Article
[Rezension] / M.
Date
1852-07-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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IRI
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386 Reeenstonen und Anzeigen. heilige und profane. Der Obscurantismus glaubte durch die Sonderung der Theologie von den anderen Wissenschaften der Religion einen großen Dienst erwiesen, und der Gottheit die gebührende Ehrfurcht gezollt zu haben, während in der That die Religion eben durch dieselbe immer mehr und mehr an Ansehen verloren hat, und eine solche Sonderung genau erwogen nur eine Blasphemie ist. Selbst in den sinnlich wahrnehmbaren Mannigfaltigkeiten der Natur stehet der wahrhast Religiöse und Vernünftige nur eine unzertrennliche Einheit, die göttliche Kraft, die das Wesen aller Dinge ausmacht; um wie viel mehr muß dieses bei den Wissenschaften der Fall sein, in denen fich das untheilbare Geistige und Göttliche noch augenscheinlicher kundthut und abspiegelt, und zunächst in der Theologie?) Es hat auch nie unter den Juden an hervorragenden Männern gefehlt, welche die Frucht ausgedehnter Kenntnisse dem Judenthume zuwendeten; aber nur Wenigen, " unter denen Aben Esra und Maimonides als Sterne erster Größe glänzen, ist es gelungen, die Hauptidee des Judenthumes und dessen Entfaltung objectiv darzustellen. Dem größern Theile dieser Männer blieben immer Wissenschaft und Theologie zwei verschiedene Elemente, die sie auszugleichen sich abmüheten oder nach subjeetiver Ansicht die Eine der Anderen zu unterorduen, wodurch zwar im Volke Wissenschaftlichkeit verbreitet, jbte wahre objective Erkenntniß des Judenthumes aber nicht nur nicht gefördert, sondern sogar zum Theile entrückt wurde. Das Judenthum diente auch Manchem nur als Vehikel zu mancherlei wissenschaftlicher Exposition, die aber, wie schon Aben Esra sehr richtig bemerkte, nicht genügende Belehrung bietet, weil sie nicht systematisch und demonstrativ genug vorgetragen war. Die üblen Folgen dieses Mangels an einer wissenschaftlichen objeetiven Auffassung des Judenthumes manifestirte sich zu allen Zeiten und in allen Ländern mehr oder weniger, je nach dem zeitlich oder räumlich verschiedenen Stand der allgemeinen Bildung und traten besonders in der neueren Zeit drohend hervor, als der Geschmack mit dem an der Scholastik, an allen scharfsinnigen Sophismen überhaupt aufhörte und man für Kopf und Herz, die nun leer blieben, eine solidere Nahrung suchte, wodurch verschiedene, fast schismatische, durch 1) Maimonides erklärt sehr scharfsinnig die Talmudische Stelle 8אנכי ול יהי/ לך מפי הגבורה שמעכל die zwei Gebote: ״Ich bin der Ewige!" ״Du sollst keinen anderen Gott haben!" hat Israel von der Gottheit selbst vernommen" dahin: daß wir dieselbe unmittelbar von der Gottheit haben, d. h. auf dem Wege der wissenschaftlichen Demonstration, also unmittelbar von der göttlichen Vernunft und nicht wie die übrigen Gebote mittelbar durch Moses.

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