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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-07-01 · Heft 10 (Juli 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 10 (Juli 1852)
Article
Mittheilungen aus Dresden
Date
1852-07-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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384 Mittheilungen aus Dresden. zuwenden seien. Auch hoben mehrere Deputirte hervor, daß die Klagen der Produeireuden über das Gedrückte der Manufaeturisten in dem Umschwünge welchen der Welthandel durch Maschinen u. s. w. genommen, ihren Schwerpunkt haben, und man vergebens in der Dazwischenkunst der Juden hierfür den Grund suchen würde. Und wenn über die marktschreienden Annoncen mancher auswärtigen Juden geklagt wird, so habe schon das Publicum ihren Inhalt und Gehalt ziemlich kennen gelernt*). Die zweite Kammer beschloß dennoch, die Petition der Regierung zur Berücksichtigung anzuempfehlen. Die Petition gelangte nun an die erste Kammer: und leider erwachte hier wieder der frühere feindliche Sinn. Die Kammer ging noch über den Inhalt der Petition hinaus und verlangte, daß die Negierung auch eine Vorlage über die inländischen Juden, d. i. eine Beschränkung ihrer staatsrechtlichen Verhältnisse gebe; und es wurde hierbei das Thema des christlichen Staates hervorgehoben. In einer von hohem Gerechtigkeitssinne und seltener Anerkennung der Würde des Menschen begeisterten Rede wies der Minister von Friesen mit der ihm eigenen Energie und Charakterfestigkeit einen solchen Antrag zurück. ״Der Staat der von Bekennern des echten Christentums bewohnt sei, habe wohl eine andere Ausgabe als die Juden wegen ihres Bekenntnisses zu unterdrücken. Und zeigen Diese Anhänglichkeit und Treue gegen ihren Glauben, so seien sie deßhalb nur zu ehren, und könne der Staat nur wünschen, daß ein solcher Sinn sich allgemein verbreite. Dringe man darauf, daß die Regierung einen Gesetzentwurf für die Juden Sachsens vorlege, so sei mit Bestimmtheit vorauszusagen, daß so die Juden in ihrem bisherigen tadellosen Verhalten fortsahren, die Vorlage nur zu ihrem Voriheite sein und ihnen die Gleichberechtigung noch mehr sichern werde/' Der Antrag der ersten Kammer scheint übrigens außerhalb derselben nirgends Billigung gefunden zu haben; es sprach sich vielmehr von vielen Seiten hierüber Entrüstung aus, die noch durch den Umstand erhöhet wurde, daß, was man vor kaum einem halben Jahre zugestanden hatte, heute von,Neuem angetastet wurde. Die zweite Kammer erklärte auch hierauf, daß sie nur hinsichtlich der auswärtigen Juden sich ausgesprochen, an der Lage der hierländischen Juden aber etwas zu ändern durchaus nicht beabsichtige. *) Man wird in der That über diese׳ Annoncen nur mit tiefem Unwillen erfüllt. Wenn diese s. g. Kausleute nur einiges Gefühl für Glauben und Ehre der Juden hegten, so würde sie schon eine innere Scham über die traurigen Folgen, die diese nichts weniger als reellen Ankündigungen für ihre Glaubensgenossen haben, von dem großsprecherischen Ausposaunen zurnckhalten. Es ist die Wahrung des Rechts, das in die Schranken zu treten gebietet; das Schicksal dieser Händler selbst kann Niemanden zur Theiluahme auffordern.

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