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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-07-01 · Heft 10 (Juli 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 10 (Juli 1852)
Article
Das Judenthum der Zukunft
Date
1852-07-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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374 Das Judenthnm der Zukunft. princip annimmt, und mußten natürlich, wie wir oben gezeigt, durch Kamps und Vertheidignng angeregt endlich den Standpunkt des Positiven ganz verlassen und die äußerste Stellung des Negativen einnchmen; das Jndenthum in seinen Grundlagen blieb hiervon unberührt.—Hören wir was z. B. Feuerbach, der Choriphäus jener Richtung, äußert. Er halt es (Vorles. über das Wese» der Nelig. Lcipz. 1851. S. 23.) für thöricht anzunebmen, daß Gott vom Himmel auf die Erde gekommen sei und sein eigenes Dasein geoffenbart habe. Das Judenthum setzt aber die Erkenntniß dieses Dascins schon als Postulat voraus und bezweckt nur durch Erinnerungs- und Sittengesetze diese Erkenntniß stets sestzuhalten und zu vervollständigen. — S. 417 der gedachten Schrift gestehet er auch selbst ein, daß der Gott, wie das Judenthum ihn lehre, ״ein ganz naturwüchsiger" (d. h. mit den natürlichen Begriffen noch harmonirender) sei. — S. 408 meint er, ״weil der Gläubige für das Gute eines persönlichen Wesens bedürfe, darum eben so für das Böse, für das Ueble das ihm widerfährt, daher der Glaube an Satan und Teufel." — Nicht so im Judenthume, nach welchem das Böse weder von einem besonder« persönlichen Wesen ausgehet noch überhaupt eine wirkliche Existenz hat, sondern erst aus den Handlungen der Menschen selbst entspringt, wenn er sich von der Materie überwinden läßt und der Sünde sich preisgibt. Vgl. Munk, Philos. u. Phil. Schriftst. d. Juden, von Beer S. 2.). — Auch was F. S. 67 der angeführten Schrift sagt, ״daß das Leben im gesunden, gesetzmäßigen Zustande (d. h. wohl in bewußtvoller Aus- Übung höchster Sittlichkeit) das höchste Gut, das höchste Wesen des Menschen sei", entspricht den Begriffen des Judenthums, wie es Abot IV., 22 heißt ״eine Stunde (Moment) in Buße und guten Handlungen (höchste sittliche Potenz) in diesem Leben wiegt das ganze Jenseits auf." — Der Gegensatz, den F. (S. 386) in der positiven Religion zwischen Glaube und Liebe finden will, kann auf das Judenthum ebenfalls keine Anwendung finden, denn eben so wenig wie der Glaube hier ein blinder Glaube, ist die Liebe zu Gott etwa eine bloße, uichtsthuende schmachtende Sehnsucht nach Gott (״eine Verdunstung des heißen Menschenbluts in dem leeren Raum einer unendlichen Gegenstandlosigkeit", wie F. sich ausdrnckt) die mit thätiger Menschenliebe in Lonflict gcräth. Die Liebe zu Gott ist nach den Grundsätzen des Judenthums vielmehr eine thätige, durch freudige Erfüllung aller Pflichten sich äußernde Liebe. (5. Mos. 10, 12. ״Was verlangt Gott von Dir u. s. w. ihn zu lieben, d. i. ihm zu dienen s seine Gebote zu er-

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