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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-06-01 · Heft 9 (Juni 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 9 (Juni 1852)
Article
Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
Date
1852-06-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Krlder aus -eni Leben und Wirken -er Rabbiner. SS. Rad bi Gamaliel der Zweite zu Zamnia. (Schluß.) Es ist natürlich, daß R. Josua's, man möchte sagen, mehr demokratisches Element dem Volke besser zusagte, dessen Liebling er war, während R. Gamaliel als Nass sein Princip besser unterstützen konnte. Bei solchen entgegengesetzten Ansichten zwischen dem Nasi und dem Ab-beth-din konnten Reibungen und Zusammenstoß nicht ausbleiben. Der erste Gegenstand des Streites betraf gerade einen der wichtigsten Punkte in Betreff der Einheit der Gemeinden unb wo Unterordnung unter die Oberbehörde (das Spuhedrin des R. Gamaliel zu Jainnia) von höchstem Belang war: nämlich die Feststellung des Neumondes, von welcher die Bestimmuug aller Festtage abhiug. Die gleichzeitige Feier der Festtage wurde stets als die Bedingung der Einigkeit betrachtet, und eine Abweichlrng davon war als Signal der Trennung angesehen. So hat es schon Jerobeam, um die Trennung Israels von Juda recht dauernd zu begründen, sich angelegen sein lassen, das Succotfest in Israel um einen Monat später zu feiern; so erweiterten die Christen die Kluft zwischcli Juden- und Christenthnm durch Verlegung ihres Sabbats ans den Somltag und ließen sich's die Kirchenväter im vierten Jahrhundert sehr angelegen sein, daß die Zeit der christlichen Ostern sich nicht nach dem Pesachseste der Juden richten möge. Und wurde es nicht als eine völlige Trennung angesehen, als um 150 Chananja, R. Josna's Brudersohn, in Nahardea eigenmächtig die Nelllnonde und Festtage unabhängig von Liberias bestimmen wollte, so daß auch N. Jehuda beu Bethyra ihn zum Nachgeben verantaßte?ss Außerdem war R. Gamaliel auch der Mann, dem man in dieser Beziehung vertrauen konnte; denn er war, wie überhaupt das Hillel'sche Haus, nicht auf die jüdischtheologische Wissenschaft allein beschränkt, sondern besaß auch grie- 1) »gl. Berachot 63. Frankel, Monatsschrift. I. 25

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