Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1852)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1852-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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306 Recensionen und Anzeigen. phischen Speeulationen bei den egyptischen Juden durch das Bedürfmß, ihre Religion Ln den Augen der Griechen zu heben, unterhalten wurde. Referent hat in seiner Schrift: Ueber den Einfluß ff. S. 33 Anmerk, das Unrichtige dieser seit Eichhorn oft wiederholten Behauptung nachgewiesen und dargethau, daß das Streben der egyptischen Juden durch ein inneres Bedürsniß geweckt war. Etwas ungenau scheint auch der Ausdruck S. 6, daß nach den Grundlehren der alexandrinischen Philosophie ״die Welt das Werk gewisser Zwischeukraste sei, die an der göttliehen Essenz Antheil haben und durch welche Gott sich 'kundgibt, nach allen Seiten hin unzählige Strahlen verbreitend." Philo kennt nur einen Logos, die övm!1Hg sind ihm nicht Zwischenkraste, obschon er von Gott nnr das cfm* (icl öV) ausgesagt wissen will. Ebenso gehört auch ״das Ausstrahlen nach allen Seiten" nicht Philo an. — Zu Pal ästin a zurückkehrend gedenkt Herr M. faum mit einigen Worten und in ziemlich schiefer Auffassung der Bestrebungen der palästinensischen und babylonischen Lehrer. Herr B. hat S. 57 manchen Ausdruck des Originals berichtigt und manchen anerkennenswerten Ausschluß gegeben. Der später durch traurige Verhältnisse eiugetretene Stillstand auf philosophischem Gebiete wird nach Herrn M. durch das Austreten der Karäer (S. 12 ff.) unterbrochen (Herr B. ist jedoch S. 58 hiermit nicht ganz einverstanden), und nun nimmt die Philosophie ihren eigentlichen Aufschwung. Die Behandlung des Herrn M. ist meisterhaft, und nicht minder belehrend sind die Anmerkungen des Herrn B. Derselbe weiset auch M. Nachmauides die ihm gebührende Stelle an (S. 74), und trägt, auch noch mehrere jüdische philosophische Forscher nach (S. 69. 85). Die Stelle (77 .<£>׳) aus S. Ssarffa*s Michlal Jose, welches Herr B. zu Oxford in Ms. sah, ist eine dankenswerte.Zugabe. — Unter vielem Trefflichen verweisen wir noch vorzüglich auf das Schlußwort des Herrn B. S. 93, wo eilf HaupLgruppiruugen der jüdischen philosophisch *dogmatischen Anschauungsweise dargestellt werden. Wir scheiden mit wahrer . Hochachtung und Dank gegen Herrn M.; und wenn wir Herrn B. einen Platz in der eilsten Gruppe anweisen, so hoffen wir bei Allen die Herrn B. und seine Begeisterung für die jüdische Wissenschast kennenי und wie er einer der leider sehr Seltenen ist, die bei hoher Bildung und unabhängiger Stellung sich ganz der jüdischen Wissenschast widmen und in Erhebung und Verherrlichung des Judenthums ihren Stolz und ihre Lebensfreude suchen, nicht der Schmeichelei beschuldigt zu werden. Das Werk ist gut ausgestaltet. Ein Druckfthlerverzeichuiß gebet voran, und ist noch zu bemerken, daß von S. 26 ab die Nummernreihe auf die Anmerkungen des Verfassers stets um eine Ziffer hinabzurücken sek. Frankel.