Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1852)
- Article
- Briefe aus London
- Date
- 1852-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829133-2829142-2851844--00381-2851872- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Nossen 1× ep/1045325
OCR text
302 Briefe aus London, gen bis jetzt von Erfolg gewesen wären. Bei der alten Gemeinde hat während der letzten 14 Jahre der talentvolle Dr. Jsaacd als Prediger sungirt; derselbe hat jedoch vor etwa sechs Monaten die Stelle gef'lin-- digt; seit dieser Zeit find Unterhandlungen wegen seiner Wiederausnähme gepflogen worden. Auch in Manchester bestanden bis vor etwa 10 Monaten 2 Gemeinden, die sich jedoch bald nach der Aufnahme des Dr. Schiller als geistlichen Führers, der von einem Theil der alten Gemeinde äugestellt ist, unter Abschaffung des Unterschiedes, zwischen Mitglied und Sitzhalter vereinigten. Die combinirte Gemeinde besteht aus 150 eingetragenen Mitgliedern. Dr. Schiller entfaltet in seiner gegenwärtigen Stellung, in der er jedoch unter der Autorität des Dr. Adler steht, eine bedeutende Thätigkeit, Lheils durch Abhaltung deutscher und englischer Kanzelvorträge, theils durch Beaufsichtigung der Schulen, theils durch allgemeine Seelsorge in seiner Gemeinde. Eine der wohlgeordnetsten Gemeinden Englands, in der zugleich noch ein altreligtöser Sinn herrscht, ist die zu Birmingham. Sie besteht aus etwa 130 Mitgliedern und ist in stätigem Wachsthum begriffen. Ein löblicher Gemeinsinn verhindert Spaltung, und reichliche Beiträge ermöglichen eine rühmliche Organisation der wohlthätigen Spenden. Der Synagogenbesuch ist hier vorzugsweise eifrig und zahlreich. Zur Hebung der Gemeinde hat nicht wenig die Wirksamkeit des Dr. Raphael beigetragen, der daselbst 8 Jahre als Prediger fungirte und erst vor 2 Jahren eine Anstellung in Amerika angenommen hat. Dr. Raphael ist als oratorisches Talent anerkannt, und seine vortrefflichen Kanzelvorträge sind in Birmingham noch in frischem Andenken. Die Gewandtheit Dr. Raphaels hat außerdem wesentlich dazu beigetragen, die Position der Gemeinde in den Augen der christlichen Mitbürger zu heben. —־ Birmingham hat eine in den Anlagen gut organisirte jüdische Schule, die indeß leider seit einer Reihe von Jahren auf bedauerliche Weise vernachlässigt worden ist; ׳jüngst sind von neuem Versuche zu ihrer Wiederbelebung gemacht worden. Im Einzelnen über die Einrichtung der übrigen Gemeinden zu sprechen, wäre ohne Interesse; die Physiognomie ist im Allgemeinen überall dieselbe.