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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-05-01 · Heft 8 (Mai 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 8 (Mai 1852)
Article
Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
Date
1852-05-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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IRI
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Briefe aus London. 295 nur gewinne und die verschiedenen Ansichten besser unter sich voreinige. 3) (Schluß folgt.) Briefe aus Lorr-on. IX. Wenn dieses Schreiben eine etwas politische Farbe annimmt, so fürchten Sie ja nicht, daß ich etwa an Downing Street anknnpfen oder aus dem im Downing Street gelegenen, den Continent allarmirenden Flüchtlingsfeldlager das Material herholen werde: mein politischer Standpunkt soll sich nicht weit über den Horizont der seit Iahren im Parlamente angeregten Judenemancipationsbill erheben, und manche etwas weniger bekannte Umstände beleuchten. Die Frage über Emancipation der Juden stehet, wo sie je discutirt wird, nicht isolirt, sondern es waltet der innerste Zusammenhang zwischen ihr und dem Principe der Bevorrechtigung und daß es im Staate verschiedene Classen- Stände geben muffe, deren eine je über der anderen stehe und sie drücke. Die Gegner der Emancipation der Juden finden sich daher größtentheils in den von der Aristokratie gebildeten Kammern: aus dem Eontinente erste Kammer, Kammer der Reichsräthe u. s. w., in England Oberhaus genannt. Man begehet ein wirkliches Unrecht, wenn man in diesen Widersachern der Freiheit der Juden gerade Indenfeinde erblicken will, und man darf den von Manchen gegebenen Versicherungen glauben, daß sie dem Juden recht viel Gutes gönnen. Aber das Opfer zu bringen in ihm und daher in Jedermann, auch im Bürger und im Bauer den Menschen zu erkennen und diesem gemäß die Standesvorrechte aufzugeben r dem Bürger und Bauer gleichberechtiget zu allen Aemtern und Würden zu halten, manchen von den frühesten Ahnen und aus der goldensten Feudalzeit herstammenden Gerechtsamen zu entsagen, dieses ist eine Forderung, gegen die sich jeder gesunde Aristokraten- und erste Kammer-Sinn sträubt. Es ist daher ein nicht minderes Unrecht, wenn man diesen ersten Kammern Fanatismus und Neligionshaß als Motive unterlegt; ist auch ״der christliche StaaL^ das Feldgeschrei, so sind doch die Wortführer zu gebildet, als daß es ihnen hiermit ernst sein sollte, und sie bewähren es auch sonst im Leben, daß sie die Religion gerade nicht von der ranhesten Seite auffassen. Aber der Mensch gibt sich oft anders und mitunter auch schlimmer, als er ist: es glaubt weder auf dieser Insel noch auf dem 3) vrgl. Chagiga 31>, wo N. Josua diesen seinen Grundsatz des Weilern auseinandersetzt.

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