Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 7 (April 1852)
- Article
- Briefe aus Paris
- Date
- 1852-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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LSK Briefe -aus. Paris. . größere Achtung; je gering er der religiöse Wissensstand in diesen Orten ist, nm so gläubiger horcht die Gemeinde auf die Worte des Lehrers und Leiters. Seme Worte sind Orakel, so wie überhaupt eine Art Verehrung für viele, , sonst unbedeutende Gebräuche, neben der Unkenntmß der religiösen Schriften sich dort erhalten hat. Oberrabbiner Marn, dessen Ruf und Leistungen dort wohl begründet sind, hat hier einen weiten Spielraum, um ans jene Achtung gegründete Anstalten in das Le- Leu zu rufen, die zur Verehrung der Sefardi die Kemüniß des Aschkcnafi fügen. Glänzend waren die Leistungen der Altvordern dieser Familien ans dem Boden der naheliegenden pyrmäischen Halbinsel; als dleberrest hat sich in der Form eine dichte Schichte jener Anhänglichkeit an den Glauben gebildet, die, ein edles Produkt jenes Himmelstrichs, sicher wieder belebt werden kann und wird durch vernünftiges Wirken, 1111b kenntmß volle Erziehung der Jugend. Die Achtung, m der Gemeinde und Rabbiner bei ihren Mitbürgern steht, ist der Art, daß nicht nur als Adjunct des Bürgermeisters und Deputirter an der Nationalversammlung ein Jude Lopes Dubec eruannt wurde, sondern daß von den acht Sectionen, in welche die Stadt behufs der ArmeuverwalLung vertheüL wurde, Eine auf Kosten der öffentlichen Verwaltung dem Consistorium für jüdische Arme durch von ihm zu ernennende Beamte übergeben wurde, während der Erzbischof von Bordeaux, der mit dem Rabbiner früher zur selben Zeit sich in Nancy befunden hatte, Lei seiner Ankunft in jener Stadt, unmittelbar einen ofsiciellen Besuch dem geistlichen OberhaupLe des Jndenthums abstattete. Aus einem Theile dieses Sprengels und aus einem anderen früher zu Marseille gehörigen Stücke wurde in den Letzten Jahren das achte Consistorium ans Frankreichs continentalem Boden, in Bayonne oder St. Esprit gegründet. Jener, nur aus beiläufig 2000 Seelen bestehende Bezirk hat zu seine!!: Qberrabbiner den ehemaligen Lehrer der Schule zu Nancy, welche außer ihm unter ihren ehemaligen Direcroren den Landesrabbiner so wie den Oberrabbiuer Zn Bordeaux zählt. Dieser junge, äußerst strebsame Mann, Namens- und FamiLimverwandt mit dem würdigen Leuker der Gemeinde Bordeaux, hat seine Anwesenheit in dem äußersten Ende der französischen Judenheit, in welchem sich nock ungemein viel religiöser Sinn bewahrt hatte, durch Schulen und Anstaltm ähnlicher Art bemerkbar gemacht. So wie Bordeaux größtmtheils von portugiesischen Ankömmlingen bevölkert wurde, erhielt Bayonne seine jüdischen Einwohner aus Spamen, Marseille aber viele seiner bedeutendsten Familien aus dem Orient, namentlich ans Syrien. Dies gibt jener ersten Hafenstadt des Rerches auch ein eigenthümliches Ansehen hinsichtlich ihrer jüdischen BevöL-