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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-03-01 · Heft 6 (März 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 6 (März 1852)
Article
Briefe aus Paris
Date
1852-03-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Briefe aus Paris. mr Ariefr aus Paris, III. Die ehemaligen Provinzen Elsaß und Lothringen zählen die mei« sten Juden; über 40,60V bevölkern die Sprengel des Nieder- und Ober« Rheinsbei 20,000 die Bezirke der Mosel und Meurthe. Der größte Theil der jüdischen Bevölkerung des Elsasses ist aber auf dem Lande in einzelnen Gemeinden zerstreut, so daß von vierundvicrzig Lokalrabbinaten, welche das Gesetz eingerichtet und der Staat mit einem Gehalte von 600—1200 Franken besoldet, achtunddreißig sich auf die Sprengel Colmar nnd Straßburg so vertheilen, daß der Oberrabbiner des Oberrheins deren zwanzig, der des Niederrhcins achtzehn unter seiner besonderen Aufsicht hat. Von diesen Gemeinden sind Mühlhausen und Hagenau in den beiden Sprengeln wohl die bedeutendsten, nicht nur durch die Anzahl der dieselben bildenden Mitglieder, sondern auch durch den Geist> der in diesen Gemeinden weht, und sich durch Schulen, Anstalten und Einrichtungen zu erkennen gibt. Durch praktisches Talent im Erkennen der Bedürfnisse der ihm religiös anvertrauten Gemeinden macht sich Oberrabbiner Aaron in Straßbnrg, durch tiefes talmudisches Wissenwelches bei ihm Kenntnisse auf anderem Gebiete ganz rmd gar nicht ausschließt, der jüngst zu Colmar ernannte Oberrabbiner Kleinwelche beide nicht! Zöglinge der Rabbincrschule find, bemerkbar; beide beziehe», wie die übrigen Oberrabbiner, außer dem vom Staate bestimmtem Gehalte von 3000 Franken eine» jährlichen Beitrag, für Miethe von dem Stadtrathe des Ortes, in dem sie ihren Sitz haben. — Außer diesen Rabbinern erhält der Staat eine bedeutende Zahl von Vorbetern, Ministre ofiieiant, mit einem Gehalte von 500—1000 Franken, von deneu, mit Ausnahme von Paris, 7 sich in den Hauvtorten neben den Dberrabbinern befinden, die ander» 52 aber in andere» Lokalitäten so vertheilt sind, daß selbe! in den meisten Orten, deren Seelenzahl wenigstenS 200! sein muß-, die Stelle eines religiösen Leiters vertreten. —, Bedeutend hat, besonders im Elsaß, der Jugendunterricht in den letzten zwanzig Jahre» gewonnen; man findet beinahe keinen, auch noch! so unbedeutenden Ort, der nicht seine regelmäßig eingerichtete und wohlgeleitete Knabenschule hätte, neben der im den meisten Fällen eine Mädchenschule׳ entweder in einem getrennten Lokale oder, wo dies nicht möglich, in! demselben stch! befindet. Sehr oft haben diese armen Gemeinden, wenn der Gemeinderath der geringen jüdischen Bevölkerung halber keine Unterstützung geben zn können vermeinte, die bedeutenden Auslagen einer solchen Anstalt auf sich genommen, und dadurch auf die angenscheinlichste 17*

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