Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1852)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1852-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Necensionen unb Anzeigen. 183 jüdischen, d. h. hebräischen Leser mit Wesen und Geschichte der Samaritauer bekannt zu machen; und cs gehet daher dem Werke die Abhandlung ^כרמי שו2?רו voraus. Wir wollen uns zu dieser vorerst wenden. Herr K. klagt im Vorworte, daß die Juden sich mit samaritanischen Studien und vorzüglich mit samaritanischem Pentateuch und Version wenig beschäftigen, und fragt, ״ob denn die samarit. Früchte auf sremdem Gebiete allein blühen sollen?" Es wird sich weiter ergeben, ob diese Früchte nicht von der Art der Deuteron. 32, 32 bezeichneten seien, und ob wir es uns in der That angelegen fein lassen sollen, sie auf heiligen Boden zu verpflanzen. Sollte dieses aber wirklich unsere Aufgäbe sein, so dürfte kaum Jemand mehr als Herr K. den Beruf hierzu haben, da seine schöne und gewandte hebr. Diction (von manchen Unebenheiten wie גסעו S. 19 transitiv, das häufige נאבדו und überhaupt אבר transitiv, פרו וחרבו, das ungefällige Verbindungs-Schin *?שרב u. s. w. kann leicht abgesehen werden) von tiefer Vertrautheit und kunstfertiger Handhabung dieser Sprache spricht. Der Vers, beansprucht bescheidenerweise auch nur das Verdienst, die Resultate der über die Samaritaner und das dahin gehörende Gebiet angeftellten Forschungen den Lesern vorzulegen, und macht nach dem Vorworte keinen Anspruch auf Originalität. Im Interesse der Wissenschaft wäre jedoch zu wünschen gewesen, Herr K. hätte zu sich selbst mehr und zu diesen Nesultaten we- Niger Zutrauen gehabt: seine selbstständigen Forschungen hätten ihn wohl bei einem andern Endpunkte anlangen lassen. Der Verf. gibt zuerst einen kurzen Abriß der Geschichte der Samaritaner nach Josephus und Anderen. Im Hadrianischen Kriege läßt er (S. 10) die Samaritaner aus Seite der Juden stehen und sie an dem großen Aufruhr unter Benkusiba (Barkochba) theitnehmen. Wir haben in unserer Schrift ״Ueber den Einfluß der Palast. Exegese" S. 245 aus jer. Kidduschim nachgewiesen, daß die Samaritaner sich nicht dem Aufruhr angeschlossen haben. Herr K. kannte nicht diese Schrift, die gleichzeitig mit der seinigen erschien; jedenfalls aber ist zu verwundern, daß Herr K. nicht aus dem von ihm selbst z. St. angeführten samarit. Josua aufmerksam gemacht wurde, daß die Samaritaner es nicht mit den Inden gehalten: erzählt doch dieses Buch selbst, zwei Samaritaner haben Jerusalem an Hadrian verrathen! Freilich ist auch hier, wie in den samarit. Chroniken gewöhnlich, die eigentliche Geschichte entstellt: der Hadrianische Krieg hatte nicht Jerusalem sondern Bethir und dessen Umgebung zum Schauplatze (vergl. S. Cassel Geschichte der Inden, Ersch und Gruben Th. 27 S. 14 ff.), und nicht wenig befremdend ist, daß Herr K. noch mehr als unbedingt den schwachen Resultaten Münter's folgt, was dieser nur als Vermuthung gibt mit ganzer Gewißheit