Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1852)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1852-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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150 Reeensionen und Anzeigen. Punkt, daß die ראיח ganz bei Seite gesetzt worden und der חשבון das allein maßgebende Moment geworden, ist nach allgemeiner Aeberlieferung durch die Anordnung des jüngeren Hillel 570 der seleueidischeu Aera (259 n. Chr.) herbeigeführt worden. Das Wesentliche dieser Anordnung bestand in der Bestimmung der mangelhaften, ordenttiliehen undüberzähligen Jahre, so wie der vier Verlegungen (והיות); die Regel von der Aufeinanderfolge der sieben Schaltjahre im 19jährigen Cyclus dürste sich am frühesten festgesetzt haben. Es liegt wohl irr der Natur der Sache, daß die ziemlich complicirteu Regelu über שלמות ,חסרות und כסדרן, so wie über die ד חדרת, von denen bekanntlich eine (לא אד׳ץ ראש) schon dem talmudischen Zeitalter bekannt ist, sich erst nach und nach gebildet haben; konnte doch selbst noch ein Gaon, ein Nachschon b. Zadok (990—998), einen dreizehnjährigen Cyclus aufstellen, dessen nur beschränkte Gültigkeit man noch nicht einmal im 13. Jahrhundert erkannt zu haben scheint. Sei nun Hillel oder einem Anderen diese Anordnung in ihrem ganzen Umfange zuznschreiben, so steht doch das fest, daß das Kriterium dieser Anordnung eben das Absehen von der ראיה und das alleinige Berücksichtigen des רשמן ist, wie es Maimonides auch selbst ausdrücklich sagt.s) Gerade aber in Betreff dieses gegensettigen Verhältnisses von Berechnung und Beobachtung findet mau bei alten Chronologen, als Saadia, Abr. l\ Chija und Maimonides Behauptungen aufgestellt, die von Späteren, für welche die Beobachtung allen Werth und alle Geltung verloren, heftig bekämpft oder doch nur mit Anstrengung gerechtfertigt werden konnten. Saadia 0) stellt die sonderbare Behauptung hin, man habe selbst als das Synedrium bestand, weniger oder gar nicht auf die Beobachtung, sondern fast nur auf die Berechnung sich verlassen, und die Siegeln über die תהיות seien Überlieferungen, vom Sinai her, und also auch immer beobachtet worden; wenn im Talmud der Fall vorgesehen werde, dast der 16. Nisan oder der 21. Tischri u. dgl. auf den Sabbat treffen könnte (was doch nach jenen Regeln nie möglich ist), so seien das eben nur theoretische Erörterungen, i>ou deren praktischer Anwendung kein Beispiel vorhanden sei. Isaak b. Baruch findet diese Ansicht Saadia's höchst auffallend und kann sie gründlich, sogar mit Anführung von Beispielen faktischer Anwendung der für solche (jetzt unmöglichen) Fälle angegebenen Verhaltungsmaßregeln widerlegen; ihm schließt sich Jbn Efta7 8 9 i0) und Isaak Israeli entschieden an, während Abr. b. Chija 7) Hag. Maim. zu H. Testlla 13, 22. 8) Kiddusch ha Chodesch 6, 2. 9) Sefer ha Jbbur 59 ff. Jesod Olam IV., 9. 10) Lev. 23, 4.