Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1852)
- Article
- Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
- Date
- 1852-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Schutzschrift des Jofcphns Flnvms gcgc» Apion. (Fortsetzung und Schluß.) Nach einer kurzen Abfertigung Apious gehet nun Josephus von der Verteidigung der Juden auf die Verteidigung des Judenthums über. Dieses, noch bis auf den heutigen Tag von Vielen verkannt, konnte in alter Zeit kein Verständniß finden: es ging den Gegnern, die daran den Mafistab der ihnen bekannten Religionen legten, die Befähigung ab, es nach seinem Grundgedanken zu erfassen. Darum erschien ihnen die jüdische Religion ein barbarischer Aberglaube, wie sie Cicero (pro Flacco 28) benennt; und die Gesetze menschenfeindlich, und daraus hinzielend im Juden Haß und Widerspruch gegen die übrige gesammte Menschheit zu nähren (Tacitus Hist. V, 1 — 6). Namentlich that sich Apollonius der Moloner mit derartigen Anklagen hervor, und neben ihm der dem Leser schon bekannte Lpsimachus. Der Angriff des Apollonius war, so weit aus Josephus zu erkennen ist — die Schriften des Apollonius sind verloren gegangen — vorerst gegen Moses gerichtet, den er einen Betrüger nennt, weil er seine Gesetze als von Gott gegebene erklärte. Dann klagt er die Juden an, daß ihr Gott so verschieden von den Göttern anderer Völker sei, und gibt deren GotLesbegriff als chimärisch, nach seiner Abstraction jedes Haltes entbehrend aus. Hieran schließt sich der Vorwurf, die Juden seien Feinde der Menschheit, vermischen sich nicht mit anderen Völkern u. f. w. Josephus hatte diesen Gegnern gegenüber einen doppelt harten Stand: er konnte, da er die Gegner vor den Augen des großen heidnischen Publikums entwaffnen wollte, nicht offen mit der Erklärung hervortreten, daß alle anderen Völker in' entwürdigenden Aberglauben versunken und nur die Juden allein im Besitze des reinen wahren Glaubens seien, und daß durch diese absondernden und trennenden Gesetze die Erhaltung dieses Glaubens erzielt, dem Aufgehen seiner Träger in der großen Mehrzahl der Völker vorgebeugt werden soll. Ebensowenig konnte auch die trockene Behauptung vorgebracht werden, Moses habe durch unmittelbare göttliche Offenbarung die Gesetze mitgetheilt: es wäre hier nur Behauptung gegen Behauptung gegenüber Frankel, Monatsschrift, I. 10