Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1851)
- Article
- Jüdisch-geschichtliche Studien
- Date
- 1851-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829133-2829137-2851557--00155-2851603- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
120 Wissenschaftliche Aufsätze.- man aber aus diesem Widerspruch heraus? Nur dadurch, wenn wir die Schuld aus Josephns schieben, der uns irre geleitet. Josephus hat offenbar Hillel mit Abtolion, den Schüler mit dem Lehrer verwechselt, entweder aus Unkenntniß oder auch aus Parteilichkeit, von der er durchaus nicht frei war. Josephus hatte einen schlecht verhehlten Haß gegen das Hillelsche Haus, dessen Urenkel Simon b. Gamaliell., der die letzten Fäden des Revolutionskrieges in Händen hatte, in welchem Josephus eine so schmachvolle Rolle spielte, dieser Simon hatte Josephus Zweideutigkeit als Gouverneur von Galiläa entdeckt und auf dessen Absetzung gedrungen. (Josephus Leben Seite 13. 18. 19.) Josephus erzählt von Simon, er stamme aus einem sehr edlen Gefchlechte; aber'warum weiß er gar nichts von dem Urahn dieses Simon, von Hillel, zu erzählen, dessen Persönlichkeit und Thaten durchaus nicht obscur waren? Wenn es also nicht Unparteilichkeit war, so war es jedenfalls Unkenntniß einiger Momente der jüdischen Geschichte zu seiner Zeit, die es verschuldete, daß Josephus Hillens Namen nicht erhalten und ihn mit Pollion, d. h. Abtalion verwechselt hat. Fassen wir das Resums dieser Untersuchung zusammen, so dürsten stch daraus folgende sichere Daten ergeben. 1) Schmaja und Abtolion fungirten noch zur Zeit der Einnahme ZF Jerusalems durch Herodes und. dm römischen Unterfeldherrn Sosiuö, also im Herbste des Jahres 37 ante. 2) Hillel begann sein Präsidium 100 Jahr vor der Zerstörung, einige Monate nach der Schlacht bei Actium,. im Frühling des Jahres 303. 3) Das Interregnum des bethyreuischen Shnhedrin fällt also in die Zwischenzeit dieser 6 Jahre 6 Monate, dauerte also jedenfalls nur wenige Jahre. Ich füge nur noch hinzu, daß die Juda b..Bethyra, deren es f Hurehrere gegeben,hat, derselben Familie anzugehören scheinen. Diese ■y+^^*£***y tjattm na§_J>er Zerstörung ihren Wohnsitz in Nisebis genommen; % es scheint diese wichtige Stadt der Schauplatz blutiger Kriege •1Zwischen Römern und Parthern, der Ursitz und die Mutterstadt der s y-tzL Bethyrener vor ihrer Auswanderung gewesen zu sein. Diese Inders, ** . die einen^klana vollen Namen in der talmudischen Literatur haben, übertreffen aber ihre Ahnen an Gesetzeskenntniß. '4 u 7» 11» f* f{J •'11. u/ ע? (Fortsetzung folgt.)