Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1851)
- Article
- Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
- Date
- 1851-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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88 Schutzschrist des Joftphus Flavius gegen Apion. ist es gerade nicht, daß Reisende von diesen befallen werden müssen, besonders ein Heer von vielen Tausenden das immer in mäßigem Marsche gehet: und daß dieses von selbst gekommen ist unwahrscheinlich und höchst ungereimt. Und der bewundernswerthe Apion sagte selbst früher ״daß sie in sechs Tagen nach Judäa gekommen seien." Und er erzählt ferner ״Moses sei auf den zwischen Egypten und Arabien gelegenen Berg, der Sinai genannt wird, gestiegen, habe sich daselbst vierzig Tage verborgen gehalten, und als er von da Herabstieg den Juden die Gesetze gegeben." Zwar mag auch dieses kaum möglich erscheinen, daß sie an dem wüsten und wasserlosen Orte vierzig Tage verweilten, und daß sie die ganze Zwischenstrecke in sechs Tagen zurückgelegt haben. Uebrigens zeigt die grammatische Umstellung der Benennung Sabbat entweder von großer Unverschämtheit oder von mächtiger Unwissenheit: ״Sabbo" und ״Sabbat" sind von einander sehr verschieden: ״Sabba t" drückt nach der jüdischen Sprache ein Ausruhen von aller Arbeit aus; das schmerzliche Geschwür aber heißt, wie er selbst anführt auf egyptisch ״Sabbo.r) 3. Dergleichen neue Fabeln hat Apion, noch über Andere hinaus, über Moses und den Herauszug aus Egypten erdichtet. Und ist es zu verwundern wenn er über unsere Vorfahren lügt, sie wären der Abstammung nach Egypter, da er doch über sich selbst gerade das Gegentheil lügt! Er ist in der Oase Egyptens geboren und schwor, fast möchte man sagen unter allen Egyptern zuerst, sein wahres Vaterland und Volk ab. Er gibt sich für einen Alexandriner ans, und gestehet hierdurch die Niedrigkeit seiner Abstammung ein; es ist daher natürlich, daß er Jene die er haßt und die er schmähen will, Egypter nennt. Würde er nicht die Egypter für die schlechtesten Menschen halten, so würde er doch nicht seine Herkunft verleugnet haben. Denn Die ihr Vaterland schätzen sind stolz darauf sich nach ihm zu nennen, und weisen Jene zurück die sich unrechtmäßig diesen Titel anmaßcn wollen. *) Die Egypter aber 3) Nebcr Sabbat wurde viel — wenn auch nicht in solcher boshaften Weise wie von Apion—bei griechischen und römischen Schriftstellern gefabelt, und es wäre zu weitläufig hier diese verschiedenen Angaben anzufübren. Nur das Eine ist hervvrznheben, daß allgemein die Meinung verbreitet war, die Juden fasten am Sabbat. Dieses scheint entweder vom Versöhnungstag abgeholt, oder was noch näher liegt, vom Verbote des Kochens am Sabbat. Da nun an diesem Tage die Zubereitung der Speisen unterblieb, so wurde daraus geschlossen, daß die Juden an ihm nicht speisen. 4) Statt also die Juden gewaltsam zu Eghptern zu stempeln, hätten die