Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Judaica in nummis
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 600 (sequence 11)
- Language
- German
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600 Bruno Israel Kirschner könnten also nur in der Form von Abbildungen oder Abgüssen in Sammlungen kommen.) b) Nichtjüdische Münzen mit hebräischen Schrift- Zeichen oder anderweitiger jüdischer Beziehung. Verwendung des ausgeschriebenen hebräischen oder als IEHOVA, IOVA latinisierten Gottesnamens auf Münzen, z. B. die dänische sogenannte ,,Hebräer'4-Serie ChristiansIV. (Sein Nachfolger Friedrich III. verwendete das hebräische Wort ״Ebeneser" gelegentlich in seiner Prägung); die Judenbartgroschen — sächsische Münzen des 15. Jahrhunderts mit einem vom Volk als Judenkopf gedeuteten Münzbild; Marokko münzen mit sogenanntem Magen David; Testoon der Königin Maria von Schottland mit der Legende: ,,Vicit Leo de Tribu Juda" (aus Off. Joh 55); derselbe Text auch auf einer Prägung des Papstes Leo X., auf Talern der Kaiser von Abessinien — zur Spezies ,,Bibelzitate auf Münzen und Medaillen" gehörend. c) Biblische Phantasiemünzen. Es handelt sich hierbei nicht um echte, noch um nach echten imitierte (etwa die Beckerschen Fälschungen), sondern um ,,erfundene Münzen", die seit dem ausgehenden Mittelalter teils nach Literaturangaben, teils in freier Kom- Position hergestellt wurden, weil man sich die alte Zeit nicht ohne ein Münzwesen denken konnte (Abraham-, Moses-, Josua-, Saul-, David-. Salomomünzen); nur die sogenannten Görlitzer Schekel sind, freilich sehr abweichend und als solche sofort erkennbar, den echten Schekeln nachgeahmt. — Gewiß dienten diese erfundenen biblischen Münzen auch als Amulette (Schutz- und Glücksmedaillen)6. 6 Daß auch auf dem Gebiet der ״Biblischen Phantasiemünzen‘c noch manche Fragen offen stehen, sei an dieser Stelle, da sich sonst wenig Gelegenheit zu derartigen Erörterungen bietet, an dem Beispiel eines Verhältnismäßig seltenen Stückes aus dem späten Mittelalter gezeigt. Es gibt eine Münze, von der sich ein Exemplar in meiner Sammlung befindet, die auf der einen Seite die Aufschrift שאול המלך trägt, anf der andern Seite in der Mitte eine Zeile mit fünf hebräischen Buchstaben, von denen jeder