Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Judaica in nummis
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 592 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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592 Bruno Israel Kürschner Gebilde, die, da sie nicht von jüdischer Seite ansgehen, überhaupt nicht als ״Jüdische Numismatik“ im eigentlichen Sinne anzusprechen sind, die aber gleichwohl vom Standpunkt der jüdischen Geschichte und Kultur sehr reizvoll sind. Es handelt sich hierbei um Münzen und Medaillen, die, im nichtjüdischen Kulturbereich entstanden, jüdische Begriffe, Symbole oder Schriftzeichen verwenden oder in anderer Weise auf jüdische Tatsachen Bezug haben. Unter Einschluß dieser Numismatica möchte ich das ganze Gebiet eines Jüdischen Numismatischen Bilderatlas, also derjenigen Münzen und Medaillen, die zur Geschichte und Kultur des jüdischen Volkes in irgendeiner zentralen oder peripheren Beziehung stehen, indem sie jüdische Herkunft haben oder jüdischen Einfluß oder Bezug zeigen, lieber als ,,Judaica in nummis“ bezeichnen, ähnlich wie die allgemeine Numismatik z. B. mit den Begriffen ״Medicina in nummis“ oder ״Pestilencia in nummis“ ״Musica In mimmis“, ,,Pax in nummis“, ״Nummi Jubilaei“, ״Typographische Numismatik“ u. a. m. bestimmte Sondergebiete entwickelt hat. Indem Beispiele für die Randgebiete einer jüdischen Numismatik dem unten folgenden systematischen Versuch Vorbehalten bleiben, sei zunächst dargestellt, welche Gliederungsmöglichkeiten für das Gebiet ״Judaica in nummis“ an sich bestehen. Eine rein zeitliche Aufteilung erscheint unzweckmäßig. Sie stört die Übersichtlichkeit numismatischer Gruppen, die zusammengehören, indem sie z. B. die Münzen, die im Altertum, im Mittelalter und jetzt unter der Mandatsregierung in Palästina kursieren, oder etwa die Prägungen jüdischer Münzmeister, völlig auseinanderreißt. Es wäre zu mechanisch, die numismatischen Dokumente etwa nur nach dem Jahrhundert ihrer Entstehung anzuordnen. Auch eine nur lokale Einteilung nach den Ländern, in denen die betreffenden Stücke erschienen sind, befriedigt nicht. Man erhält z. B. auf diese Weise niemals eine zusammenhängende Reihe von Rabbiner- oder Synagogen- oder Hochzeitsmedaillen, niemals