Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Judaica in nummis
- Date
- 1939-01-01
- Page
- 590 (sequence 1)
- Language
- German
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Judaica in nummis Von Bruno Israel Kirschner Das in den letzten Jahren zu!beobachtende Wiederaufblühen jüdischer Medaillenkunst, bestätigt z. B. durch eine Reihe von Prägungen der Berliner Jüdischen Gemeinde aus den Jahren 1935 bis 1937 (Abrabanel-, Akiba Eger-Medaille u. a.) und kürzlich durch eine ausgezeichnete Schöpfung des palästinensischen Graphikers R. Deutsch von der Kunstgewerbeschule ,,Bezalel Hechadasch“ (Herbert Bentwich-Medaille), gibt Veranlassung zu dem folgenden Versuch einer systematischen Behandlung des Gesamtgebiets jüdischer Numismatik. I. Die Numismatik — umstritten in ihrem wissenschaftlichen Charakter, ob sie nämlich eine eigene Voll- oder eine Hilfsdisziplin sei, und wenn letzteres: ob sie der politischen bzw. Wirtschafts־ geschichte oder der Kunstwissenschaft zugehört — ist ein Stiefkind der jüdischen Wissenschaft. Im Mittelalter fand die jüdische Münze so gut wie keine Beachtung bei den jüdischen Gelehrten; freilich waren auch nur wenig alte Münzen bekannt, und das Sammeln und Bestimmen von Münzen zunächst mehr eine ,,Belustigung‘c mit Kuriositäten als eine historische, archäologische oder kunstgeschichtliche Angelegenheit. Der Gaon Hai, Rambam, Nachmani־ des, Estori Hafarchi, Asarja de Rossi, Obadja Bertinoro und andere machen gelegentliche Bemerkungen über Schekel und andere altjüdische Münzen, die sie auf Reisen gesehen oder von denen sie gehört oder in den talmudischen Quellen gelesen haben. Im 16. Jahr־ hundert fangen auch christliche Hebraisten an, diesem Zweige der Altertumskunde, der Humanismus und Renaissance Wissenschaftliehe Begründung und enormes Aufblühen verdankt, ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden, und der Anteil der nicht]üdischen Eor־ schung an diesen Studien ist dauernd hervorragend geblieben. Von