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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. 431

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Zur Literaturgeschichte des Bibelkommentars
Date
1939-01-01
Page
431 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Zur Literargesehichte des Bibelkommentars Von Heinz Israel Fischei Aul die Bedeutung des Kommentars als wichtigste Gattung der ,,Weltliteratur‘‘ im Mittelalter oder über diese zeitliche Begrenzung hinaus als bedeutendste Literaturform für die Gedanken des nachbiblischen Judentums (mit Ausnahme des modernen) ist schon gebührend hinge wiesen worden1. Wir wollen im folgenden zur Erkenntnis der literarischen Beschaffenheit der Kommentare einige Beobachtungen und Anregungen bringen, die sich im Verlaufe einer andere Ziele verfolgenden Arbeit an den Kommentaren zum Jesajabuch ergaben. Die Erscheinungen, die sich hier andeuten, müßten auf eine breitere Basis gestellt werden und würden dann sicher noch weiteres für die Literargesehichte des Bibelkommentars bieten. I. Die Sprache der Kommentare (von Josef ben Schimon Kara, dem Zeitgenossen Baschis, bis zu den Biuristen) ist vom biblischen Stil fast unbeeinflußt (im Gegensatz zu allen anderen Literaturgattungen), ebenso ist sie nur höchst selten aramäisierend2. Es ist vor allem das Neuhebräisch der Mischna, des Talmud, der Midraschim und der Gebete (nicht der Piutim), dem die Sprache unserer Kommentare verwandt ist. Bei den Bibelexegeten, die zugleich Philosophen sind, ist der Einfluß der philosophischen Diktion unverkennbar (Beginn: etwa bei Abrah. Ibn Esra), er wird im Laufe der Zeiten (bei David Kimchi, Josef ibn Kaspi3, Isaac Abarbanel4) immer stärker, sowohl in der Zahl der beeinflußten Kommentare als auch in der Intensität, und fehlt schließlich in 1 W. Bacher in Winter und Wünsche: Die jüdische Litteratur, Bd. II, Geschichte der Rabbinischen Litteratur während des Mittelalters . . . 1894. Encyclopaedia Judaica, Bd. IV, ״Bibel“ YI—VIII. 2 Letzteres ist in geringem Maße der Fall bei Raschi und Mose b.Chajjim Alscheich (17. Jahrh.). 3 13./I4. Jahrh. — 4 15. Jahrh.

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