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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 317

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die letzten Wormser Judenbischöfe
Date
1939-01-01
Page
Seite 317 (sequence 5)
Language
German
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Die letzten Wormser Judenbischöfe 317 valien melden den Namen der zweiten Frau nicht23. Seit wann Bar Oppenheimer dem Vorstande der Wormser Judengemeinde angehörte, ist nicht ersichtlich. Seinem Gesuche um Ernennung zum Judenbischof wurde am 11. 3. 1743 ,,wegen seiner besitzenden guten Eigenschaften'c entsprochen. Drei Tage später fand Bär Oppenheimers Vereidigung statt. Das über diesen Akt aufgenommene Protokoll ist deshalb von Interesse, weil es den Hergang der feierlichen Handlung im großen und ganzen übereinstimmend mit der etwa 80 Jahre früher gegebenen Schilderung des Juspa Schammasch wiedergibt24. Am 14. März 1743 fanden sich der Kandidat und die in Worms anwesenden Vorstandsmitglieder Josef Blien, Menke und Amschel Oppenheimer, Falk Gernsheim und Baruch Cahn im Residenzschloß ein. Sie wurden zunächst im Regierungszimmer befragt, ,,was es mit dem vom Judenbischof prätendierenden voto decisivo für eine Bewandtnis habe“25. Die Vorsteher erklärten, es sei bei ihnen eine alteingeführte Observanz, vermöge welcher dein zeitliehen Judenbischof dieses Vorrecht zustehe. Nachdem man ihnen aufgegeben hatte, diese Ansicht glaubhaft darzutun, verfügten sich der bischöfliche Statthalter, der Kanzler und die Räte in den Residenzhof. Die Judenvorsteher stellten sich mit dem Schulklepper langwärts im Hof unter freiem Himmel auf, und es erfolgte sofort durch Hofgerichtsrat Wallreuther in Gegenwart ״einer Menge herbeigeloffenem sowohl christlichem als jüdischem Volk“ die Vereidigung. Die vom Judenbischof zu beschwörenden Punkte lauteten: 23 Nach Freudenthal soll Maria Gute, eine Tochter des Benedikt Gomperz in Nymwegen, Bärs zweite Frau gewesen sein (vgl. Kaufmann־ Freudenthal: Die Familie Gomperz (1907) 384). Als Sohn dieser Ehe wird Dr. Samuel Oppenheimer angesehen, der in Zutphen und Utrecht Medizin studierte, in Ungarn und später in Wien als Arzt praktizierte, w'0 er 1807 im Alter von 72 Jahren starb (Wachstein a. a. 0. II, 234). 21 Holzer, a. a. 0. 181. 25 Welcher Art dieses votum decisivum war, ist nicht angegeben. Es ist aber anzunehmen, daß es sieb, auf das dem Judenbischof zustehende doppelte Stimmrecht bezog.

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