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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 315

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die letzten Wormser Judenbischöfe
Date
1939-01-01
Page
Seite 315 (sequence 3)
Language
German
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Die letzten Wormser Judenbischöfe 315 sein Nachfolger 1715 ernannt wurde, hatte er schon bei Lebzeiten (Emanuel starb 1721) diese Ehrenstelle abgegeben. Welche Gründe hierfür maßgebend waren, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Der nächste Judenbischof war Aron Levi, eine der hervorragendsten Persönlichkeiten der Wormser Judengemeinde. Als Glied der angesehenen und verdienstvollen Wiener ]Familie Fr ankel10 mußte auch Aron 1670 bei der Vertreibung der Juden aus der Kaiserstadt den Wanderstab ergreifen. Seine Anwesenheit in Worms ist von 1680 an bezeugt* 11. Er bewohnte das Haus zur goldenen Gans in der Judengasse12. Von 1681—1683 war er Gabbai der Chewrat gemilut chasadim und wirkte als solcher bei der Leerung der Opferstöcke mit13. Als 1689 Worms durch die Franzosen zerstört wurde, mußte auch Aron wieder die Flucht ergreifen. Nach der Neubildung der Gemeinde trat er in ihren Vorstand ein14, dem er bis zu seinem Lebensende angehörte. Seine Ernennung zum Judenbischof erfolgte 1715. Am 1. Februar befahl die bischöfliche Regierung der Gemeinde, den zum Judenbischof bestimmten Vorsteher Aron, der zur Eidesleistung nicht am festgesetzten Tage bei der Kanzlei erschienen sei, zu veranlassen, daß er sich innerhalb vier Wochen einstelle. Am 20. März erfolgte die nochmalige Aufforderung, daß sich Aron Levi am 26. mit den übrigen Vorstehern im Residenzhof zur Verpflichtung einzufinden habe. Über Aron Frankels Amtsführung als Judenbischof liegen keine weiteren Nachrichten vor, als daß er 1717 längere Zeit von Worms abwesend war. Am 20. Juni wurde das Vorsteheramt aufgefordert, den Judenbischof unverzüglich wissend zu machen, daß seine Rückkunft innerhalb acht Tagen bei Verlust seines Amtes zu erfolgen habe. 10 Wachstem, B., Die Inschriften des alten Judenfriedhofes, in Wien I (1912), 482; Löwenstein, L., Zur Gesch. d. Juden in Fürth, Jahrhuch d. jüd. lit. Gesellschaft, VI, 174f. u. 216; derselbe, Blätter f. jüd. Gesoh. n. Lit. V, 87f.; Kaufmann, D., Die Frankel in Worms, Magazin f. jüd. Gesch. u. Lit. 1890, S. 87ff. 11 Im Gr. B. 210h ist R. Aron Levi 5440 erstmals als Erwerber religiöser Funktionen bei der Toravorlesung erwähnt. 12 Stadtarchiv Worms, Mappe 2024. 13 Gr. B. 213 u. 214h. 14 Gr. B. 227b.

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