Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Ärzte
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 309 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Geschichte der jüdischen Ärzte 309 Schwierigkeiten, die er in der Ausübung der ärztlichen Kunst von seiten der Stadt Köln erfährt, hören nicht auf. Trotzalledem wird er — er ist inzwischen nach Deutz übergesiedelt — am hau־ figsten unter den Judendoktoren, z. B. im Jahre 1664 nicht weniger als neunzehnmal, von Patienten nach Köln mit Genehmigung des Rates gerufen20, bis er durch den ihm gemachten Prozeß im Jahre 1667 seine Tätigkeit in Köln einstellen muß. Schließlich sei aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Erzstift Trier der med. doctor Salomon Löw genannt. Er zahlt 5 Goldgulden Schutzgeld; von Anfang 1715 ist er Arzt in Limburg, im Sommer scheint er in Bad Ems zu praktizieren; wenigstens gibt er das selbst für das Jahr 1720 an. Seit 1718 oder früher war er mit einer Tochter des Limburger Juden Abraham verheiratet. Ein Schutzbrief von 1732 zeigt ihn in Kamberg wohnhaft, in der Steuerabrechnung von 1740 erscheint er in Vilmar und in einer Schutzgeldquittung von Ende 1740 in Koblenz. Auch der Vater von med. doctor Salomon Löw ist Arzt, er besucht seinen Sohn 1719 in Limburg21. Nachtrag22 Die Judenärzte im Erzstift Mainz, von denen der erste 1507 mit Namen genannt wird23, hatten schon mehr als ein halbes Jahrhundert früher einen anonymen Vorgänger in der erzstiftischen Stadt Lorch. In der Kellereirechnung von Eltville aus dem Jahre 1446 heißt es nämlich im Abschnitt ,,Einnahme am Judenzinsen“ unter Lorch: ״der arzte X golden“ 24. 20 Ratsprotokolle n. 111, f. 21b, 75b, 88a, 88b, 94a, 95a, 97b, 98b, 104a, 106b, 112a, 132a, 134a, 140b, 155b, 168b, 268b. 21 Sielie J. May in Z. f. d. Gesch. d. Juden in Deutschland VII, 1937, S. 161. Herr Dr.-Ing. May hat mir auch, die weiteren Notizen über Salomon Löw, von dem er vermutet, daß er der Ärztefamilie Wallich angehört, zur Verfügung gestellt. Ich danke ihm dafür verbindlichst. 22 Die nachfolgenden Ausführungen verdanken wir ebenfalls Herrn Dr.-Ing. J. May. Die Schriftleitung. 23 Siehe Rheinische Judendoktoren, S. 184. 24 Annalen d. Ver. f. Nassauisclie Altertumskunde, 19. Bd., Wiesbaden 1886, S. 51.