Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Die Perle
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2829132-2830039-2830041-2850786--55960-2851137- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Perle 287 wonnene Öffnung und fressen das Weichtier aus seiner harten Hülle sauber heraus. Die Nabelschnecken haben auf der Unterseite ihres Rüssels, dicht hinter der Mundöffnung ein merkwürdiges Organ, eine drehrunde, flache Scheibe, die von einer merkwürdig angeordneten Muskulatur durchzogen ist und Drüsengewebe ent־ hält. Es ist W. E. Ankel gelungen, nachzuweisen, daß die Löcher in befallenen Muschelschalen mit Säure geätzt sind und nicht mechanisch hergestellt werden. Der Kalk der Muschel wird von einer Säure angefressen. Die Bildung der sauberen Bohrlöcher läßt annehmen, daß der durch einen widerstandsfähigen Überzug, eine Kutika, geschützte Polster der Bohrdrüse mit Hilfe der eingelegten Muskulatur drehende Bewegungen ausgeführt und so den von der Säure bereiteten Weg noch vollends ausschleift und glättet. Wollte man die freie Säure der in den Muschellöchern sitzenden Raub- Schnecken als Seifenstoff verwenden, so konnte man die weichen Körperteile nicht gebrauchen, wohl aber die in dem Bohrloch befindliche Bohrdrüse. Darum holte man die eingeklemmten Teile der Raubschnecke mit eisernen Nägeln heraus4. Dies ist die richtige Erklärung und zugleich Rechtfertigung des Samuelschen Ausspruchs aslag finde sich in den Löchern der Perlmuschelschale משתכח בנוקבא דמרגנייתא und man ziehe sie heraus ומפרך ליה ברמצא דפוזלא. Die große Autorität Samuels in sachlichen Fragen wird also durch die neuesten Forschungsergebnisse glänzend bestätigt. 4 Biolog. Zentralblatt 57 (1937): Wie bohrt die Natica*? — Kurz sagt Brehm: Natica sind Fleischfresser, welche besonders andere Schnecken angehen und mit Hilfe der Reibplatte ihre Schale vollkommen rund durchbohren. X (1893) 371.