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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. 286

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die Perle
Date
1939-01-01
Page
286 (sequence 1)
Language
German
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Die Perle Ein Kapitel aus meiner Mineralogie der Juden Von Immanuel Löw Die tannaitische Formel ,,Edelsteine und Perlen“ scheint zu beweisen, daß man die Perle als tierisches Produkt den Mineralen (Edelsteinen) gegenübergestellt hat. Das jüdische Altertum hat aber die Perle zu den Mineralen gezählt; ich behandle sie darum nicht in der Zoologie der Juden, sondern in der Mineralogie und möchte hier den interessantesten Punkt der Perlenkenntnis der alten Juden beleuchten. Zu aslag der Misna sagt der große Amora Samuel (Sabb. 90 a): Ich habe alle Seefahrer gefragt, und da wurde mir gesagt, aslag sei sulgä, nach anderer Lesart sunnäm1. Dies befindet sich in den Löchern der Perlenmuschel2 und wird mittels eines eisernen Nagels herausgeholt. Die richtige Lesart ist sulgä, das sonst nicht zu belegen ist; usnäm ist erleichternde Lesart. Zur Sacherklärung des Samuel ist folgendes zu bemerken. Der alte Oken (Naturgesch. 1841 Band II Abth. 1 p. 362) hat mir in seiner Naturgeschichte den richtigen Weg gezeigt. Der sachliche Hintergrund des Ausspruchs war fast völlig unbekannt und die bisherigen Erklärungen, z. B. die Kohut’s, völlig unzureichend. Ich wandte mich an den Botaniker unserer Universität, Prof. Dr. Istvän Györffy, und erhielt die folgende Lösung der aufgeworfenen Frage. Margarita margaritifera, die Perlenmuschel wird von Raub- Schnecken angebohrt3. Nabelschnecken — Naticiden — bohren ein Loch in die Muschelschale, stecken ihren Rüssel durch die ge- 1 Flora 4: 513 usnän. 2 L. Goldschmidt übersetzt ungenau: Perle. An derselben Stelle gibt er אהל irrig durch Aloe wieder. (Flora 1: 644 Saponaria.) 3Die Umschau, Fft.a.M., 8. VIII. 1937 p. 730: W. F.Ankel, Kaub- Schnecken bohren Muscheln an. Aus dem Biologischen Zentralblatt 1937.

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