Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Die Herkunft und Entstehungszeit des Talmudtraktats Tamid
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 271 (sequence 11)
- Language
- German
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Die Herkunft und Entstellungszeit des Talmudtraktats Tamid 271 Autorennamen hat Tamid durchweg solche, die auch anderweitig Vorkommen. Die Eigenart des Talmuds zu Tamid besteht demnach ausschließlich im fragmentarischen Charakter des Ganzen wie der Einzelstelle. Da dies der Angelpunkt des Problems ist, wird es nicht unangebracht sein, das Problem Tamid im Spiegel des übrigen Talmuds zu betrachten. Es gibt in unserm Talmud ziemlich viel Material, das in irgendeiner Beziehung steht zu den Mischnajot des Traktats Tamid. Hiervon hier eine kurze Zusammenstellung. In Zebachim 20 a b und ibid. 58 a u werden Mischnajot aus Tamid II, in Joma 25 b und ibid. 48 b o solche aus Tamid IV nebenher behandelt. Ebenso wird in Joma 52 b u eine Mischna aus Tamid VI, in Menachot 94a und in Zebachim 64au f. je eine solche aus Tamid VII angezogen und auch bis zu einem gewissen Grade erläutert. Diese Stellen enthalten Material, das sehr leicht für einen Ausbau eines Talmuds zu Tamid hätte verwendet werden können. In Zebachim 64 a haben wir gemaristische Ausführung zu einer Mischna aus Tamid I, in Joma 39 b und Menachot 29 a solche zu Mischnajot aus Tamid III, in Joma 26 a u und ibid. 24 b zu solchen aus Tamid V und in R. H. 31 a zu einer Mischna aus Tamid VII. All diese Ausführungen könnten ohne weiteres auch in einem Talmudtraktat Tamid bei den gegebenen Mischnajot untergebracht werden. Höchstens wäre hier und dort eine kleine Änderung vorzunehmen, um die Sugia dem neuen Textrahmen anzupassen. Wobei betont werden möge, daß solche Änderungen zwecks Anpassung an den Rahmen auch sonst ziemlich oft Vorkommen. Und schließlich Joma 14 b f, wo im Hinblick auf Mischnajot aus Tamid III רמיות aufgeworfen werden; ibid. 28ab, wo Joma eine parallele Mischna mit Tamid III hat; Berachot Hbf und Pesachim 82 a, wo Mischnajot aus Tamid V unter תנן התם angezogen und behandelt werden; Sota 38 af, wo Sota mit Tamid VII eine parallele Mischna hat, zu welcher dort mehrere Sugiot vorhanden sind.