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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 169

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Agadot im Lichte der Pseudepigraphen
Date
1939-01-01
Page
Seite 169 (sequence 8)
Language
German
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Agadot im Liclite der Pseu&epigraphen 169 rieht vom dritten Schöpfungstage (IMose luf.) besagt also, daß am dritten Schöpfungstag die Pflanzen des Paradieses empor■־ sproßten; von diesen Pflanzen und Bäumen wurde dann die ganze Erde bepflanzt9. Aus dieser oder ähnlicher Quelle schöpften Pirke R. El. die Anschauung, daß aus dem Paradies die Pflanzen der Erde stammen. Endlich wird in Pirke R. El. erklärt, daß es zweierlei Regen gibt: die Wolken schöpfen Wasser aus der Tiefe des Meeres, und dort, wo ihnen von Gott befohlen wird, lassen sie den Regen niederfallen, und die Erde wird befruchtet, wie auch eine Witwe von außerehelichem Verkehr schwanger wird; wenn aber Gott die Früchte der Erde segnen will, dann öffnet er die Schätze des Guten im Himmel und läßt regnen männliches Wasser, wovon die Erde geschwängert wird, wie eine Braut von ihrem ersten Manne schwanger wird, und sie läßt dann Samen des Segens emporsprießen usw. Über den Ursprung des Regens streiten R. Eliezer und R. Josua (Ber. rabba 13, 10, S. 119 und Parallelen). Nach R. Eliezer stammt er vom Ozean. R. Josua wendet aber ein, daß das Meerwasser salzig sei, und meint, daß der Regen vom Hirnmel herrühre. Pirke R. El. vereinigt nun beide Ansichten und glaubt, daß beide recht hätten, es gebe Regenwasser vom Meere und solches vom Himmel. Dies wird von der griechischen Baruchapokalypse c. 10 angenommen: Im vierten Himmel sieht Baruch einen Teich voll Wasser. Auf seine Frage, was das für ein Wasser sei, antwortet ihm der Engel: Das Wasser ist das, welches die Wolken erhalten, um es auf die Erde regnen zu lassen und wovon die Früchte wachsen. Baruch sagte dann: Und wie können die Menschen sagen, daß das Wasser, welches herabregnet, vom Meere stammt? Und der Engel antwortet: Das Wasser, das herabregnet, auch dieses stammt vom Meer und von den Gewässern auf Erden her; das aber, das die Früchte hervorbringt, stammt nur von diesen (im Himmel) her. Wisse weiter nun, daß von diesen das Wasser herstammt, das man den Tau des Himmels nennt. 9 Vgl. auch Ramban zu I Mos 12;״S und Midrasch JSunen, in Jellineks Bet Hamidrasch II, S. 25. Vgl. noch Bereschit rabba 15, 1 u. 3.

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