Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Zur Quellenfrage von Philos De opificio mundi § 1 -3
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 5)
- Language
- German
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130 Ernst Israel Grumach zeugung, daß seine Gesetze das ähnlichste Abbild des Weltalls seien/‘ Die interessante Stelle zeigt uns gleichzeitig, daß das, was bei Philo als ein Nebeneinander verschiedener Gesetzgeber erscheint, Ursprünglich das Nacheinander einer Entwicklungslinie ist, welche die Quelle kritisch prüfend durchlaufen hat. Den Ausgangspunkt hat dabei offenbar die gewöhnliche politische Gesetzgebung, d. h. die einfache Ankündigung von Geboten und Strafandrohungen, gebildet. Gegenüber dieser bequemen und unphilosophischen Art der Gesetzgebung (dTocXatrcopov x.od dcptXdaocpov), so erklärt die Quelle, hat Platos philosophische Ableitung und Fundierung des Gesetzes zweifellos einen Fortschritt bedeutet (0L §’ d^sivou; slvat T7;v dp^yjv oöjc dvOivSs s7rot7j<ravT0). Aber auch sie hat berechtigte Kritik gefunden (ou p//)v tsXsico? £7uouv£t6v a7ua(Tt toT? KpiTais), eben die, die Philo für op. m. zu Rate gezogen hat; denn nicht ein einzelner und noch dazu von Menschen ersonnener Und gegründeter Staat kann den richtigen Ausgangspunkt für die Gesetzgebung bilden, sondern nur der Gesamtstaat der Welt, da das menschliche Gesetz nur ein Ableger und Abbild des Weltgesetzes und dieses zu groß und umfassend ist, um in einem Einzel- Staat mit seinen Besonderheiten zu gründen. Daher darf nicht wie bei Plato die Bildung eines einzelnen Staatswesens an den Anfang des Gesetzes gestellt werden, sondern nur der Großstaat der Welt ((/syaXoTcoXt? — xo<7p107roX1T7)?), ein Gedanke, dessen Übertragung auf Moses und das Einleitungskapitel der Genesis ohne weiteres gegeben war. Fragen wir zum Schluß noch kurz nach der Herkunft dieser Platokritik, so werden wir uns mit einer Vermutung begnügen müssen. Daß sie einem Stoiker, und zwar einem älteren Stoiker gehört, geht aus dem bereits Gesagten hervor, doch läßt sich seine Person nur schwer bestimmen. Einzelne Motive des Abschnittes klingen freilich an Gedanken aus Zenos Politeia an wie etwa Plut. de Alex. virt. I ß p. 329 a (SVF I 262): iva pa) 5cara TvdXst? fr7]Ss xqcvol Sr|(/.ou<; oi5c«>[/.sv, ifüou; exacToi SttoptG^.svot Stxatot!;, aXXd 7׳rdvTa? av- ׳Ö’puiTjoug ן<0ץ^רxe&oc S7]|x0Ta<; xod 7roXtTac, st? Ss ßto? 7ן xal