Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Zur Quellenfrage von Philos De opificio mundi § 1 -3
- Date
- 1939-01-01
- Page
- 126 (sequence 1)
- Language
- German
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Zur Quellenfrage yoii Philos De opiflcio mundi § 1—3 Von Ernst Israel Grumach Im Eingangskapitel von Philos Schrift .,Über die Welt- Schöpfung nach Moses“ wird Moses als idealer Gesetzgeber zwei anderen Gesetzgebergruppen gegenübergestellt: die einen von ihnen haben das. was ihnen recht schien, ohne weitere Vorbereitung ,,nackt und ungeschminkt“' verkündet und dadurch verabsäumt, die Menge für die Aufnahme ihrer Gesetze gefügig zu stimmen: die anderen haben zwar auf eine Einkleidung ihrer Gebote nicht verzichtet, aber dafür mythische Erfindungen {7׳/ühxot; 77Xa<7׳raG׳.) gewählt, mit denen sie die Menge nicht aufgeklärt, sondern benebelt haben (scstdcKocrav). Beide Fehler habe Moses in Vorbildlieber Weise vermieden : den ersten, indem er seinem Gesetz eine ausführliche Einleitung vorausgeschickt hat; den zweiten, indem er diese nicht mit Lügen und Gaukelwerk (yo'/jTstac), sondern mit einer herrlichen Darstellung der Weltschöpfung ausgefüllt hat. Denn die Beschreibung der Kosmogonie stellt eine besonders zweckmäßige Gesetzeseinleitung dar, weil ..die Welt mit dem Gesetz und das Gesetz mit der Welt in innerem Einklang steht (<7uv.y.S0vTQc) und der gesetzestreue Mann daher zugleich auch Weltbürger ist (s׳<31׳jc ovto; 7roXta־ou), da er seine Handlungen nach dem Willen der Physis richtet, von der auch der ganze Kosmos gelenkt wird (77pos vo ßoäXs’j'za o׳j<7sm$ 7׳a<; TrpaEeig dbrs'j&uvovTos, X.0L& vjv zal 6 0; §10«ts1Ta1).c‘ Welche Problemstellung diesem eigentümlichen Gedankengang zugrunde liegt, ist nicht schwer zu erkennen: Philo faßt bekanntlich den ganzen Pe71tateuch als Gesetzbuch auf und stellt sich daher die auch in der späteren jüdischen Tradition nicht unbekannt gebliebene Frage, warum Moses seine Gebote nicht sofort verkündet, sondern eine so umfangreiche ,,Einleitung“ vorangehen läßt. Wenn Moses wirklich der ideale Gesetzgeber ist, so muß auch diese Tatsache ihre besonderen Gründe haben, deren Erkenntnis